Wie entsteht eigentlich Schüchternheit bzw Geselligkeit?

von shrimpmama
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Als Mama und Papa machen wir uns ja immer Gedanken darüber, ob wir unsere Kinder genug unterstützen, ob wir was falsch gemacht haben oder ob wir was ändern sollen. Ein wesentlicher Charakterzug der unsere Kinder prägt ist Geselligkeit bzw Schüchternheit. Schon in der frühen Kindheit lassen sich da bei Kindern Unterschiede beobachten. Ein Minimenschlein ist der Clown und Rockstar, das andere beobachtet lieber aus der Ferne. Aber wir kommt es dazu? Und könne wir da was falsch machen?

In Längsschnittstudien zeigte sich, dass mehr Kinder Neuem und Ungewöhnlichem mit Neugier und Interesse folgen. Was sich aber auch zeigt ist, dass egal wie Kinder reagieren, mit zunehmenden Alter wird die Reaktion weniger extrem.

Woher kommt die Anlage

Tatsächlich gibt es ein Gehirnareal das dafür verantwortlich ist. Die Amygdala. Schüchterne und gehemmte Kinder zeigen in diesem Bereich eine viel stärkere Reaktion auf neue Reize als anderen. Das versetzt sie in eine Art Alarmbereitschaft für mögliche Gefahren. Dies zeigt sich sogar noch im Erwachsenenalter.

Aber nicht nur in einer Gehirnregion tut sich was. Das was wir merken und auch teilweise beobachten können sind die Auswirkungen auf die Herzfrequenz. Diese ist sogar schon bei schüchternen Säuglingen erhöhter. Bei schüchternen Kindern erweitern sich auch die Pupillen stärker, der Blutdruck steigt an und die Fingerspitzen kühlen merklich aus. Der Körper bereitet sich also auf Flucht vor.

Was können wir als Eltern tun?

Die Anlage ist meist vererbt. Dennoch gibt es ein ABER: Der Erziehungsstil hat wesentlichen Einfluß. Das hängt jetzt natürlich von der Situation ab, aber prinzipiell gehe ich bei uns und all unseren Lesern davon aus, dass das gute Nachrichten sind.

Liebevolle Eltern, die ihr Kind unterstützen, können die körperlichen Reaktionen von schüchternen Kindern deutlich reduzieren. Ein kühler und distanzierter Erziehungsstil verstärkt hingegen die Ängstlichkeit.

Wenn ein Baby auf Neues ängstlich reagiert und Mama und Papa darum den Reiz aus der Welt schaffen, erschweren sie dadurch die Bemühungen des Babies diese Reaktion zu ändern. Das Zurückziehen wird gefördert und neue positive Erfahrungen verhindert. Werden unsere Lieblinge hingegen von uns bei angemessenen Herausforderungen unterstützt und gefördert, lernen sie ihre Furcht zu überwinden.

Ist ein Kind sehr schüchtern und gehemmt führt das meist zu extremer Vorsicht und dadurch später auch zu Einsamkeit und geringen Selbstwertgefühl. Im Jungendalter kann dies sogar zu schwerwiegenden Ängsten, wie der sozialen Ängstlichkeit führen. Diese Teens haben ständig Angst, in sozialen Situationen nicht anerkannt zu werden.

Bei gehemmten Kindern ist es also besonders wichtig, dass die Eltern passend auf das Temperament ihres Kindes reagieren.

Achtsamkeit muss hier sehr groß geschrieben werden, denn leicht werden Situationen übersehen oder als lächerlich abgetan die für unsere Kinder eine besondere Herausforderung sind.

Wir können und müssen unseren Kinder ruhig einiges zutrauen. Aber wenn das Kind mit der Situation nicht richtig umgehen kann es an der Hand nehmen und durch die Situation begleiten. Alleine lassen oder die Situation aus dem Weg schaffen sind beides wirklich unangemessene Erziehungsmittel die leider nur all zu oft zu beobachten sind.

Natürlich kommt es ab und an mal vor. Wir sind ja schließlich alle Menschen die mehr als multitaskingfähig sein müssen bzw. müssten…und mir gelingt das zumindest nicht immer. Aber es ist wichtig diese Grundeinstellung zu verfolgen und dadurch viele positive Erlebnisse in schwierigen Situationen für unsere Kinder zu schaffen. Oder zumindest ihren zu zeigen wie sie damit umgehen können und ihnen ihre Möglichkeiten aufzeigen.

In diesem Sinne, Augen auf und durch 😉

Eure Shrimpmama

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