Warum haben wir Mütter immer ein schlechtes Gewissen?

von shrimpmama
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Wahrscheinlich uns allen ein bekanntes Phänomen. Das schlechte Gewissen. Gegenüber unseren Kindern, unseren Partner oder auch gegenüber unseren Haustieren. Irgendwie schaffen wir es doch immer eines zu haben.

Das Problem haben viele

Fast egal mit wem ich mich austausche. Das Thema „Ich genüge nicht“ kommt doch auch immer wieder vor. Vor Allem in Gesprächen mit Müttern – natürlich. Manchmal scheint es mir, als wenn Väter dieses Problem nicht haben 😉 Aber ich gebe zu, das liegt bestimmt an meinen überwiegend weiblichen Gesprächspartnern.

Dieses Gefühl des nicht Genügens ist wirklich etwas das sich bei vielen beobachten und erfragen lässt. Dabei kann es sich über viele Bereiche erstrecken. Den Haushalt, die Kindererziehung und/oder die Kinderbeschäftigung, die Arbeit oder den Partner. In unserem Fall kommt natürlich auch Pelzibub dazu.

Obwohl ich alles tue, um alle in meiner Familie glücklich zu machen, hab ich trotzdem das Gefühl der oder das kommt zu kurz. Und was ist das? Natürlich absoluter Schwachsinn.

Viele von euch kenne ich zwar nicht persönlich, aber Eltern die sich Gedanken über ihre Familie machen, die lesen, sich informieren, sich austauschen und sich selbst hinterfragen sind gute Eltern. Sie geben alles, um es ihrer Familie recht zu machen. Gerade jetzt in der „besinnlichen“  Vorweihnachtszeit führt das neben Arbeit und dem normalen Familienchaos oft zu wirklich viel Stress und Überlastung.

Wer kommt eigentlich zu kurz?

Aber es stimmt natürlich, irgendwer kommt immer zu kurz. Nämlich wir selbst. Mir persönlich macht das nicht wirklich viel aus. Ich schaffe mir schon meine kleinen Auszeiten – ab und zu zumindest. Beziehungsweise lerne ich gerade Aufgaben ehelich zu teilen. Aber dennoch ist es wichtig darauf zu achten, dass es einem selbst gutgeht. Nicht immer einfach, natürlich will man seiner Familie so viel wie möglich abnehmen und alles perfekt für sie haben.

Delegieren ist auch nicht gerade mein Ding, das geb ich gerne zu. Aber gerade jetzt, so ziemlich schwanger, wird Shrimphansi ungewöhnlich oft eingeteilt. Da darf er schonmal einen Spaziergang mit Pelzibub übernehmen oder muss mithelfen beim Zusammenräumen. Da stoße ich natürlich oft prompt auf Widerstand. Aber nicht von Shrimphansi, der würde sich das nie trauen. Nein, Pelzibub und Shrimpi machen da gleich einen Aufstand. Sie sind es so gewöhnt dass Mama all die Sachen macht, dass es da tatsächlich oft zu Beschwerden und Unmutsäußerungen kommt. Das bedeutet dann für das Mamaherz natürlich nochmals extra Stress da hart zu bleiben. Aber was sein muss, muss sein. Natürlich auch wenn ihr nicht gerade hochschwanger seit 😉

Jetzt mal ehrlich, wem kümmert es, wenn mal die Wäsche zwei Tage länger liegt, das Geschirr auf seinen Abwasch bis am nächsten Tag warten muss oder auch das Minimenschlein mal eine halbe Stunde vor irgendeinem Multimedia Ding sitzt damit Mama dies oder jenes noch schnell erledigen kann oder auch einfach mal die Beine hochlegen kann? Es interessiert wirklich niemanden. Zumindest niemand wichtigen. Mag sein dass sich ein Schwiegerdrache empört oder ein Bekannter die Nase rümpft. Komplett egal. Es geht niemand von ihnen was an. Nur dich und deine Familie. Und meist ist es doch so, das Mann, Kind, Hund, Katze und wer weiß noch was eh super zufrieden, glücklich und ausgeglichen sind. Gerade deswegen, weil sie mal kurz ein Videoschauen dürfen, etwas mehr Verantwortung übernehmen können und dadurch wieder der Held sind oder einfach nur durch mega traurige Blicke eine extra Knackwurst abstauben.

Entspannt sein lohnt sich

Entspannte Mama entspannte Familie, soviel steht für mich fest. Klar ich weiß, die Arbeit bleibt meist liegen und muss dann irgendwann nachgeholt werden. Aber mit viel Gemütlichkeit (warum ist mir grad nach singen zumute?) und den ein oder anderen Abstrichen (die in Wirklichkeit gar keine sind) bei den anderen Familienmitgliedern regelt sich das schon. Den Einzigen, den wir nicht genügen sind ja schließlich wir selbst. Da schwirren uns unsere zusammengesponnene Ideale im Kopf herum und verlangen, dass wir ihnen hinterherjagen. Es muss nicht immer ganz so viel sein, nicht immer 100 %, nicht immer alles. Denn in Wirklichkeit machen wir das eh 95 % unserer Zeit. Und das reicht völlig. Wir müssen nur lernen zu akzeptieren, dass auch wir Menschen sind. Ach ja, stellt euch vor, auch Fehler sind uns erlaubt. Hab ich gehört. Ich zähl ja selber zu dem Exemplar Mutter, dass sich dann ewig Vorwürfe macht. Obwohl ich es entweder nicht mehr ändern kann, dann ist es eh hinfällig sich zu ärgern. Oder ich kann es ändern und dann tue ich es auch. Also auch kein Grund sich zu ärgern und sich selbst Vorwürfe zu machen.

Diejenigen, die es nämlich machen sollten tun es eh nicht.

So, jetzt bin ich mal den Sch… los geworden. Warum? Weil ich leider am Wochenende tatsächlich Eltern beobachten durfte/musste, die da auf der ganzen Linie versagt haben. Ganz vorbildliche Mutter die ich bin waren wir gestern Abend essen. Bei einem Fastfoodrestaurant natürlich. Sorry, but not sorry. Hatte wirklich keinen Bock zu kochen nach einer Kindergeburtstagsparty. Und was musste ich dort beobachten? Eine Mutter, eigentlich ganz entspannt plaudernd. Nur dann kamen leider ihre Kinder hinzu. Offensichtlich schwer genervt von ihnen pflegte sie mit diesen Kindern einen unglaublichen Umgang. Angefangen von der Wortwahl bis hin zur Körpersprache einfach nur ein Bild der Traurigkeit. Nein liebe Mütter, wenn ihr euren 7 jährigen Kind sagt: „Du gehst mir am Arsch mit deiner scheiß Sauferei. Und hol dir diesmal gefälligst ein Sprite statt Apfelsaft“, gehört ihr für mich nicht zur Gattung guter Mutter oder Vater. Leider ist so ein Umgang immer wieder zu beobachten und das macht mich wirklich traurig. Ja ich weiß, urteile nicht über andere, du weißt ja nie, was vorher war. Aber jetzt mal ehrlich, was bitte entschuldigt so einen Umgang und so eine Sprache?

Ich weiß gerade hab ich geschrieben stresst euch nicht, ist nur in eurem Köpfen, also wie passt das bitte? Ganz einfach. Ich denke, dass das ein gutes Beispiel für die Langzeitauswirkungen von Stress und Frustration ist. Jeder von uns schmeißt mal die Nerven weg, ist gestresst und überfordert. Aber wenn das zum Dauerzustand wird kann das ziemlich schiefgehen. Nämlich für uns und dadurch auch für unsere Liebsten. Noch mehr ein Grund sich meinen Appell zu Herzen zu nehmen und lernen zu entspannen.

So, genug von meinen Hirnergüssen für heute, habt eine schöne 3. Adventwoche.

Eure Shrimpmama

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