Wartet bis ihr Kinder habt – oder: Unsere Antwort nach knapp 2 Jahren

von Shrimphansi
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Als wir noch shrimp- und daher ziellos durchs Leben wanderten wohnten wir hin und wieder Gesprächen in punkto Erziehung beziehungsweise Elternsein bei. Wenn wir uns erdreisteten unseren Senf in das Gespräch einzubringen folgte mit Sicherheit die bekannte Aussage: „Warte bis du Kinder hast“. Aber ist das aus wirklich so?

Warte bis DU Kinder hast!

Ich stelle mal in den Raum, dass diesen Satz schon beinahe jeder gehört hat (Außer vielleicht wenn man schon sehr früh Mama oder Papa geworden ist). Sobald man im Freundes- oder Bekanntenkreis Eltern hat steigt die Gefahr die Aussage zu hören steil an.

Solange man sich ruhig verhält passiert zwar nichts, aber wehe man bringt sich ins Gespräch ein (oder will sich einbringen). In solchen Fällen folgt dann die bekannte Zurechtweisung. Aber ist das wirklich so?

Das Thema ist ausschlaggebend

Die diplomatische Antwort ist natürlich:

Kommt darauf an!

Denn auf den Inhalt kommt es an. Ich unterscheide hier zwei unterschiedliche Einmischungsgebiete:

  • Das kann ja nicht so schwierig sein
  • Wenn ich Kinder habe, dann…

Gebiet 1: „Das kann ja nicht so schwierig sein“

Selbst hab ich mich hier meist zurückgehalten, denn die Eltern werden schon wissen was sie sagen (Eine gewisse Übertreibung gehört ja auch dazu). Manche Diskussion konnte ich aber als „Beisitzer“ mitverfolgen.

Natürlich ist es ein gefundenes Fressen, wenn eine kinderlose Person die Schwierigkeit, die Komplexität oder die Belastungen des Elterndaseins in Frage stellt. Diese Situation erinnert mich an einen Scheibenwelt Roman:

“Mord war in Ankh-Morpork ein weitgehend unbekanntes Phänomen, aber es mangelte nicht an Selbstmorden. Nachts in den Schatten durch abgelegene Gassen zu wandern, kam einem Selbstmord gleich. In einer Zwergenbar einen Kurzen verlangen – Selbstmord. Einen Troll fragen, ob er nur Steine im Kopf habe – Selbstmord. Man konnte auf viele verschiedene Arten Selbstmord begehen, wenn man nicht aufpasste.”

Terry Pratchett – Helle Barden

Aber ich finde es irgendwie schade, dass man die dargebotene Situation nicht nutzt und bloß abwürgt. Die Situation könnte ja nicht besser sein um das Gegenüber zurechtzuweisen. Man könnte vielleicht eine zeitlang die verschiedenen prägenden Erlebnisse in der Abhärtungsphase (ersten Monate des Elternseins) ausführlich und (Vorsicht wichtig) bildlich darstellen.

Das Gegenüber ist zwar in beiden Fällen genervt, aber in diesem Fall auf höherem Niveau. 

Gebiet 2: „Wenn ich Kinder habe, dann…“

Hier sieht das ganze etwas anders aus. Denn meiner Meinung nach dreht sich in dieser Situation der Spieß um. Hier hat sich offensichtlich schon jemand Gedanken über das Elterndasein gemacht und will sich ins Gespräch einbringen.

Die andere Seite hört nur „Ich kann das besser!“, was hin und wieder auch stimmt.

Unsere Erfahrung

Damals im Präshrimpikum haben wir uns natürlich Gedanken darüber gemacht, wie wir unsere Kinder erziehen wollen. Wir hatten also einen Plan. Wir wollten (und wollen) unsere Kinder erziehen um sie fürs Leben vorzubereiten und nicht der beste Freund oder die beste Freundin sein.

Wenn wir nun Details unseres Plans in solchen illustren Elternrunden erzählten wurde das nur mit dem „Wartet nur“ gekontert.

Wir haben gewartet!

Wir haben nun bald zwei Jahre gewartet. Das Ergebnis war, dass wir recht gehabt haben. Beziehungsweise unsere Welt funktioniert so wie wir sie uns vorgestellt haben.

Ich weiß, dass wir (der Meinung anderer nach) noch länger warten müssen, aber die Zeit wird es  zeigen. Bis jetzt haben wir gewartet und unsere Ansichten wurden nicht widerlegt.

Fazit

Im Endeffekt kann man von erfahrenen Eltern lernen wie die Alltagssituation aussehen wird (und wenn die Darstellung schlimmer ist, dann ist man angenehm überrascht).

Auch Uneltern können wertvolle Ansichten liefern. So kann das eingelebte starre Elterndasein überdacht werden. Das heißt nicht, dass das Gegenüber recht hat, aber wenn man nicht darüber nachdenkt kann man das nicht eindeutig feststellen.

Wir können also gegenseitig voneinander lernen, oder (wie es für eine gute Freundschaft gehört) den anderen rhetorisch den Hintern versohlen.

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