Mamakram

Vollzeitmama? Unbedingt. Ist alles andere Mist?

16. April 2018

Für mich war sobald ich schwanger war klar, dass ich mindestens zwei Jahre für Shrimpi da sein will. Natürlich ist das nicht nur meine Entscheidung alleine, sonder auch die von Shrimphansi. Aber der ist auch der einzige der sich in diese Entscheidung einmischen durfte. Und trotzdem machen es sehr viele Leute ungefragt.

Unser Weg

Shrimpi war ein geplantes Wunschkind. Und zu dieser Planung gehörte seit Beginn an natürlich auch die Planung der Betreuung. Für uns war schnell klar, Shrimpi soll nicht Fremdbetreut werden bis sie alt genug für den Kindergarten ist.

Das hat mehrere Gründe. Einerseits sind wir der Meinung, dass wir selbst und alleine verantwortlich sein wollen für Shrimpis Erziehung. Ich liebe es mit ihr zu spielen, sie zu fördern und ihr der Reihe nach oder auch ganz durcheinander all die sinnvollen und weniger sinnvollen Fertigkeiten beizubringen. Es ist einfach nur schön und erfüllend für mich für Shrimpi, Pelzibub und Shrimphansi voll und ganz da zu sein. Auch wenn es manchmal schwierig und Nerven raubend ist. Dazu ein ander Mal mehr.

Andererseits spielt aber auch der finanzielle Aspekt eine Rolle. Ich für meinen Teil würde ohnehin nicht mehr als zwei Tage arbeiten gehen, solange Shrimpi noch so klein ist. Und bei Tagesmütter zahlt man hier durchschnittlich 50€ pro Arbeitstag. Das wären also so 400-450 € pro Monat. Somit wäre ungefähr die Hälfte meines Verdienstes für die Betreuung. Und das heißt, dass mir maximal 400 € im Monat mehr übrig bleiben. Dafür ist es mir nicht wert Shrimpi in fremde Hände zu geben. Versteht mich nicht falsch. Ich will und kann Shrimpi nicht in Zahlen aufwiegen, aber natürlich soll auch der finanzielle Aspekt beleuchtet werden. Schließlich ist das liebe Geld ja nicht ganz so unwichtig.

Natürlich ist mir klar, dass wir hier in der „glücklichen“ Situation sind und uns das leisten können. Aber es ist nicht nur eine finanzielle Problematik die sich da stellt, sondern eigentlich auch und vor allem eine persönliche.

Muss ich arbeiten?

Ich bin sehr glücklich und zufrieden damit eine Vollzeitmama zu sein. Klar gab es Überlegungen nach meiner Karenz doch wieder arbeiten zu gehen. Diese Gedanken kamen mir allerdings nur, weil ich das Gefühl hatte ich müsse etwas zum Familieneinkommen beitragen. Nicht weil es nötig wäre oder weil ich es unbedingt wollte. Nein, eigentlich war es nur Gewohnheit und auch ein bisschen gesellschaftlicher Druck.

Aber für mich ist es völliger Schwachsinn. So ist Shrimpi glücklich, Pelzibub sowieso und ich. Ja, vielleicht bin ich eine Helikoptermom oder Glucke oder wie man es auch immer bezeichnen will. Für mich bedeutet Glück und Familienleben für meine drei Liebsten da zu sein, für sie zu sorgen und sie täglich so glücklich wie möglich zu machen. Und das gelingt mir im Moment am besten wenn ich Vollzeitmama bin.

Danke, du warst nicht gefragt!

Erst neulich fühlte sich eine ältere Frau, die mich gar nicht kannte, tatsächlich bemüßigt zu erklären, dass ich es doch so gut hätte, denn ihre Kinder und Enkelkinder hatten nicht das Glück einfach so zu Hause bleiben zu können. Natürlich kam mir kurz der Gedanke der netten Dame zu erklären, dass es bei uns auch nicht „einfach so“ ist. Sondern eine bewusste Entscheidung und auch finanzielle Überlegungen und Arrangement dahinter steckt. Aber schließlich beließ ich es bei einem Lächeln drehte mich um und ging.

Ich finde es so lästig, dass immer jeder glaubt seinen Senf zu etwas dazu geben zu müssen. Oft nicht böse gemeint, aber irgendwie steckt doch immer dahinter: „Wir hatten es viel schwerer“. Keine Ahnung, mag sein. Liegt halt aber vielleicht einfach an den eigenen Entscheidung die man getroffen hat. Jeder ist seines Glückes Schmied. Ein wichtiger Grundsatz für Shrimphasi und mich. Klar, manchmal liegen einem Steine im Weg, aber dann muss man eben das Bestmögliche daraus machen.

Es ist doch gut so

Und keiner sollte sich außer vor sich selbst und seinem Kind dafür rechtfertigen „müssen“ wie er die Kinderbetreuung organisiert. Einige wollen sobald wie möglich wieder arbeiten, einige müssen und einige sind Vollzeitmama. Alle Eltern haben sich dazu Gedanken gemacht und den Weg gewählt der das Beste für die Familie ist. Soweit bin ich mir sicher. Das kann eine ausgeglichene Mama sein, die sich dazu entschieden hat zu arbeiten. Weil es ihr gut tut oder starke working moms und dads, die das Familieneinkommen gemeinsam heranschaffen um sich den Lebensstandard leisten zu können den sie für sich und ihre Familie als passend betrachten. Aber eben auch Vollzeitmamas, die rund um die Uhr für Kind und Mann da sind, den Haushalt schupfen und wie ich alles an sich reißen.

Also liebe Leute die immer zu allen ihren Senf ungefragt dazu geben: Klappe halten! Es geht euch nix an und ist nicht euer Bier.

Und an alle Mamas und Papas: ihr macht es richtig so. Egal wie ihr euch entschieden habt, ihr habt euch Gedanken dazu gemacht, das ist gut und richtig so. Ein glückliches Familienleben könnt ihr euch immer schaffen. Solange die Sonne aufgeht wenn eure Shrimpis euch anlachen ist doch alles in bester Ordnung!

So, jetzt schnell zu euren Lieblingen ein bisschen kuscheln.

Eure Shrimpmama

  1. Hallo Shrimpmama,

    Ich bin auch Vollzeitmama und ich bin es genau wie du aus Überzeugung.

    Ich denke jedoch auch, dass jede Familie den Weg finden muss, der zu ihr passt. Umso schöner, dass du diese Gedanken in einen Beitrag gegossen hast. Man kann nicht genug an den respektvollen Umgang der Entscheidungen von anderen erinnern.

    Und ich hoffe, irgendwann wird das niemand mehr müssen, weil Akzeptanz endlich selbstverständlich ist.

    Viele Grüße
    Mama Maus

  2. Hallo 🙂
    Ich kann deine Entscheidung sehr gut nachvollziehen. Ich bin genau das Gegenteil von dir. Ich bin jetzt seit 1, 5 Jahren wieder vollzeitmama und es macht mich fertig. Es erfüllt mich nicht. Um so mehr Respekt hab ich für alle Vollzeit Muttis.
    Im Moment bin ich zum dritten mal schwanger. Mein Partner und ich haben uns deswegen entschlossen die Rollen nächstes Jahr zu tauschen.
    So ist ein Elternteil da, der sich um die Kinder kümmert und einer der Geld verdient.
    Mal schauen wie es klappt ^^

    Es gibt aber immer Menschen die zu allem was sagen werden. Man muss ja nicht jedem gefallen
    LG

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