Tabula Rasa – oder: Tafelwand selber machen

von Shrimphansi
6 Kommentare

Seit wir eingezogen sind wollten wir aus einer relativ faden weißen Wand eine Tafelwand machen. Das war dann eine Frage der zwei W’s (Wie machen wir das und  wie soll es aussehen?). Nach ewiger „vor-sich-herschieberei“ (natürlich rein von meiner Seite – denn meine Frau ist perfekt), wurde das Projekt nun realisiert. Nachfolgend findet ihr wie.

Konzept für die Tafelwand

Die erste schwierigste Hürde war die Idee. Nicht die prinzipielle Idee (denn die sind meinst schnell von der Gattin geboren), sondern welche Abmessungen soll die Tafel haben und wie soll diese platziert werden. Speziell diese Entscheidung haben wir (wie vorhin erwähnt) lange vor „uns“ hergeschoben.

Irgendwann war dann die Motivation so groß, dass der Aufwand gerechtfertigt werden konnte (Zumindest für mich selbst). So war es für mich an der Zeit die ersten echten Schritte zusetzen.

Ich habe die fragliche Wand fotografiert und in einem Zeichenprogramm ein schwarzes Rechteck auf dem Foto eingefügt. So konnten wir relativ leicht die prinzipielle Anordnung und die Größe der zukünftigen Wand definieren. Unsere Wahl fiel auf eine Abmessung von 160cm x 60cm. Im Baumarkt wurde uns dann, nach Beschreibung der Situation eine passende Holzplatte (ein Holz/Spanplatten Gemisch) mit 1cm Dicke empfohlen.

Weiters haben wir die folgenden „Zutaten“ besorgt:

  • Holzplatte (hier Spanplatte mit Holzober- und Unterteil)
  • 8 Senkkopfschrauben und dazugehörige Mauerdübel
  • Holzkitt
  • Magnetfarbe
  • Tafelfarbe

Also ab nach Hause um die genaue Position der Platte an der Wand zu definieren.

Erste Schritte

Nachdem mehrere Höhen und Lagen ausprobiert wurden, einigten wir uns schließlich auf eine Position und diese wurde mit einem Bleistift an der Wand verewigt (Angezeichnet, ich habe den Stift nicht an die Wand geklebt). Mit einem Kreuzlinien-Laser habe ich diese Markierung erweitert und die Bohrstellen wurden angezeichnet. Hierfür wurden die vier Bohrungen 10 cm vom Rand festgelegt und (relativ) gleichmäßig über die Länge der Tafel verteilt. Nachdem habe ich 40 cm unter den ersten Löchern eine zweite Reihe mit Hilfe des Lasers angezeichnet (2 x 10cm Randabstand + 40cm Innnenmaß ergibt die Tafelhöhe).

Dann wurde es schmutzig (Also den Staubsauger bereithalten). Die Löcher wurden mit einem 6er Bohrer gebohrt. Meine Frau assistierte mir mit dem Handsauger, damit zumindest ein wenig Dreck aufgefangen wurde.

Die Löcher wurden mit Dübel bestückt und der Lochabstand wurde nochmal ausgemessen und auf die Holzplatte übertragen. Dies ermöglicht eine eventuelle Unregelmäßigkeit bei den Bohrungen auszugleichen (Damit später auch die Schrauben in beide Löcher passen). Zusätzlich wurde mit dem Linienlaser kurz gecheckt, ob sich die erste Reihe auf einer waagrechten Linie befinden.

Auf der Holzplatte habe ich als erstes den 10 cm Abstand angezeichnet und dann die Löcher ausgehend von einem Punkt mit den richtigen Abmessungen eingetragen. Das Selbe wurde dann mit der unteren Reihe gemacht. Lediglich ein paar Bohrungen waren vertikal mehr als die geplanten 40cm voneinander entfernt. Dies habe ich bei der Übertragung berücksichtigt. Danach wurde gebohrt. Und zwar mit einerm 5er Bohrer. Dieser war der passende für die ausgewählten Schrauben.

An die Wand!

So nun war es wieder schwierig. Meine Frau ist mit den Kindern (Shrimpi und Pelzibub) spazieren gegangen und ich konnte nicht warten. Mit der innerlichen Einstellung „Ahh! Das geht schon!“ schritt ich zur Tat. Geistesgegenwärtig habe ich, bevor ich die Tafel an die Wand gehalten habe, die Schrauben zurechtgelegt (soweit so gut – es sollte sich als nicht zu Ende gedacht erweisen) und habe mir eine geschnappt.

Das erste Loch war kein Problem (Schraube rein und mit Akkubohrer lose verschraubt). Es wurde mir erst zu diesem Zeitpunkt bewusst, dass die Entfernung Tisch (und die Position der Schrauben am Tisch) zur Wand meine natürliche Spannweite überstieg. Gottseidank war das Maßband in Reichweite. Also wurde das Maßband ausgefahren und zumindest eine Schraube konnte in Reichweite befördert werden.

Somit war das Problem gelöst. Die beiden Schrauben hielten die Tafel in Position und ich konnte die restlichen Schrauben versenken. Da die Schrauben später nicht mehr sichtbar sein sollen wurden diese mit 3 Lagen Holzkitt versteckt. Der Holzkitt wird einfach aufgetragen und gleichmäßig verteilt. Nach der Trocknung abgeschliffen und dann bei weiter bestehenden Vertiefungen wird das ganze wiederholt.

Die Streichungen

Nachdem der letzte Kitt getrocknet und geschliffen war, haben wir 3 Schichten Magnetfarbe mit einer Farbrolle aufgetragen.

Danach folgten 2 Schichten schwarzer Tafelfarbe. Die Tafelfarbe wurde mit einem Pinsel aufgetragen, da die Farbrolle ein unregelmäßiges Streíchmuster erzeugt und die Tafel nicht allzu rauh sein sollte. Die Farbe wurde mit durchgehenden Pinselstrichen von oben nach unten aufgetragen (siehe Karate Kid).

Nach dem Entfernen der Abklebungen wurden die obligatorischen Fehler ausgebessert und nach einer trocknenden Nacht war die Tafelwand fertig.

Braucht ihr auch so eine coole Wand? Dann viel Spaß beim Nachmachen.

Euer Shrimphansi

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6 Kommentare

Denise 19. August 2017 - 16:42

Tolle Sache! Ich hatte als Kind eine alte Tafel, keine Ahnung, woher meine Eltern die hatten, aber ich habe sie sooo geliebt!

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Shrimphansi 21. August 2017 - 08:01

Danke!
Ein Täfelchen für den Shrimp ist auch in Planung, aber da warten wir noch bis die Kleine diese auch nutzen kann.
LG,
Robert

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Nicole 20. August 2017 - 15:59

Sieht toll aus! Ich liebe Tafelfarbe allgemein, hab mich bis jetzt aber nur an kleinere Projekte wie Tassen gewagt 🙈

Lg Nicole

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Shrimphansi 21. August 2017 - 08:02

So haben wir auch angefangen 🙂 (Bei uns waren Teller – Wie wir auf die Idee gekommen sind ist mir schleierhaft).

LG,
Robert

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Charlie 20. August 2017 - 23:05

Jaaa, wir planen auch gerade unsere Tafelwand! aber ich hatte ehrlich gesagt die Hoffnung (gesehen vermutlich in einem Ikea-Katalog), man könne die Tafelfarbe direkt auf die Wand auftragen. Warum hast du die Holzplatte als Untergrund genommen? Ich glaube, wir müssen uns mit dem Thema noch einmal eingehender beschäftigen! 😉

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Shrimphansi 21. August 2017 - 08:00

Hallo Charlie!
Ursprünglich wollte ich einen Testanstrich im Keller durchführen um zu sehen ob ein direktes Auftragen an der Wand gut funktioniert. Da sich das nicht „ausgegangen“ ist haben wir gleich eine Holztafel verwendet, da mir der gestrichene Putz zu weich erscheint und deswegen die Kreideverwendung leiden könnte. Aber es kann sein, dass das nur in meinem Kopf passiert.

Im Internet findet man ja auch genug Tafeln, welche direkt an die Wand geklatscht wurden. Also so schlecht kanns auch nicht funktionieren.

LG, Robert

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