Papa am Samstag

Papa baba – oder: Der tägliche, schwere Abschied von meiner Tochter

7. Juli 2018
Papababa Titel Shrimpskrams

Tagtäglich spielt sich in Familien das Schauspiel der Verabschiedung ab. Mütter und Väter sagen „baba“ zu ihren Kleinkindern und müssen ihre Sprösslinge zugunsten des notwendigen Tagewerks zurücklassen. Bei uns ist das natürlich nicht anders und die Rolle des Verlassers fällt auf mich, dem Vater. Manchmal ist es einfacher mich von meinen drei Lieben zu trennen, aber oft fällt mir der Abschied besonders schwer.

Der harte Abschied

An jedem Morgen muss es sein, zumindest an den Wochentagen abseits von Urlauben. Nach unserem Morgenritual muss ich mich von meinen drei Schätzen verabschieden. Die ersten beiden sind da noch relativ einfach. Shrimpmama bekommt einen Abschiedskuss und Pelzibub wird gekuschelt (falls er es zulässt), oder versteckt sich sowieso unterm Tisch. Aber bei Shrimpi wirds oft schwieriger.

Wenn Shrimpi merkt, dass ich wieder weggehe läuft sie flott auf mich zu und klammer sich mit aller Kraft an mich. Dann will sie natürlich noch hochgenommen werden. Wenn ich sie dann zur Verabschiedung hochhebe, klammert sie sich häufig an meinen Hals und drückt ihr Gesicht an meine Brust.

So wird der Abschied nicht einfacher. In diesem Momenten hüpft mein Herz in der Brust und wird gleichzeitig auch schwer. Denn weg muss ich trotzdem (auch wenn mir Shrimpmama oft anbietet eine Entschuldigung zu schreiben). Schweren Herzens setze ich die Kleine dann ab und verabschiede mich mit einem „Baba“. Dann lauft mein Kind ins Wohnzimmer und winkt mir durchs Fenster zu wenn ich wegfahre.

Die Zeit allein

Das schöne ist ja, dass ich auch in derArbeit nicht komplett abgeschnitten von meiner Familie bin. Hin und wieder wird ein Bild im Familienalbum gepostet, oder ich werde per Anruf auf dem Laufenden gehalten, wenn was wichtiges passiert ist. Bei längeren Geschäftsreisen können wir uns durch Videotelefonie sehen (auch wenn das kein richtiger Ersatz ist).

Aber meist geht es dann abends wieder heim zur Familie. Aber manchmal leider zu spät um alle drei begrüßen zu dürfen. Manchmal schläft da unser Shrimp schon und so bleibt mir nur noch am Bettlein mein Kind zu beobachten (klingt ein bisschen unheimlich).

Die Rückkehr

Was anderes ist es wenn alle drei noch wach sind. Wenn ich da den Haustürschlüssel ins Schloß stecke höre ich hinter der Tür schon ein wildes Herumgetappse. Kaum ist die Tür offen wuselt mir schon Pelzibub zwischen den Beinen herum und dann erschallt es meist aus dem Wohnzimmer. Ein kurzes Quatschen gefolgt von einem weiteren tapp, tapp, tapp, tapp.

Dann biegt meine Tochter ums Eck und läuft ohne Rücksicht auf Verluste auf mich zu. Ähnlich wie am Morgen fällt sie mir da in die Arme und drückt sich an mich. Aber nur kurz, dann läuft sie wieder weg und tanzt herum, oder läuft um den Tisch. Kurz: Es herrscht ausgelassen Freude.

Dann kann ich natürlich nicht anders und muss natürlich mit meiner Tochter mitmachen. Es wird dann herumgetanzt und herumgetollt, oder einfach noch ein bisschen gekuschelt.

Abschließend

Auch wenn ich mein Kind viel weniger sehe als meine Frau, ist es doch auch schön wenn man, bedingt durch den Kontaktentzug, dann überschwänglich begrüßt wird. Ich glaube Shrimpmama ist hin und wieder neidisch in diesen Situationen (Oder einfach nur froh, weil sich dann jemand anderes vorübergehend um die Kleine kümmert). Zumindest genieße ich diese kurze Zeit des Überschwalls, denn das alltägliche Leben kommt ja schnell wieder. Und dann gibt es ja auch einen Grund warum Shrimpi auch den Beinamen Terrorshrimp hat.

Euer Shrimphansi

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