Notkaiserschnitt – Beim Versuch einer natürlichen Geburt nach Kaiserschnitt

von shrimpmama
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Schon Shrimpi wurde per Kaiserschnitt auf unsere Welt geholt. Damals kein Notkaiserschnitt, sondern nur ein ungeplanter Kaiserschnitt. Nicht optimal, aber wirklich kein Thema für mich, da es für die Gesundheit unserer Tochter einfach notwenig war. Naja, als ich nach eineinhalb Jahren wieder schwanger wurde stellte sich schnell die Frage wie nun die zweite Geburt ablaufen solle.

Die Vorbereitungen auf eine Geburt nach Kaiserschnitt

Nach einem vorangegangen Kaiserschnitt hatte ich in meinem Wunschkrankenhaus die Wahl eines geplanten Kaiserschnitts oder einer natürlichen Geburt. Schnell war mir klar, dass ich es nochmals mit der vaginalen Geburt versuchen möchte. Natürlich wurde ich seitens meines Arztes über alle Risiken aufgeklärt. Es besteht nämlich unter anderem die Gefahr, dass die alte Kaiserschnittnarbe reißt. Aber mein Arzt segnete meinen Wunsch ab. Um auf  Nummer sicher zu gehen organisierte ich mir so bald wie möglich eine Wahlhebamme. Diese sollte mich während der Geburt im Krankenhaus begleiten und ein spezielles Augenmerk auf meine Risiken nach einem bereits erfolgten Kaiserschnitt legen. Dadurch fühlte ich mich schon in der Schwangerschaft wohler und konnte der Geburt gelassener entgegenblicken.

So verlief Garnellos Geburt

Eigentlich hatten wir erst am 11.1. Termin, aber schon  am heiligen Abend machte sich das ein oder andere Zwacken bemerkbar. Tja und tatsächlich traten meine Befürchtungen ein, in der Nacht zum 25.12. hatte ich plötzlich beim umdrehen im Bett den Blasensprung. Um drei Uhr morgens rief ich also meine Hebamme an, gefolgt von meiner Schwägerin, welche auf Shrimpi schauen sollte. Nach Absprache mit meiner Hebamme fuhr mich mein Mann ins Krankenhaus. Dies war in diesem Fall in Ordnung da es sich, nach Rücksprache, wahrscheinlich um im einen hohen Blasensprung handelte. Allerdings war ich etwas beunruhig, da ziemlich viel Blut dabei war.

Im Krankenhaus wurde natürlich sofort ein Abstrich gemacht und der Blasensprung bestätigt. Zur Sicherheit gab es ein Ultraschall um innere Blutungen auszuschließen. Nachdem alles positiv ausfiel und auch das CTG unauffällig war wurde ich in mein Zimmer gebracht um auf die geburtsauslösenden Wehen zu warten. Shrimphansi fuhr nach Hause um noch eine Mütze schlaf zu kriegen. Das konnte nicht schaden wenn man die Dauer der ersten Geburt betrachtet.

Doch schon kurze Zeit später gingen die Wehen los, also wurden Hebamme und Gatte wieder ins Krankenhaus beordert. Ich wurde während dessen in den Kreißsaal verlegt. Mit Wehen und Blut ging es dann den ganzen Vormittag weiter. Kurz nach Mittag gönnte ich mir dann eine PDA, da sich mein Muttermund nicht wirklich viel geöffnet hatte und es sich noch länger ziehen konnte. Schließlich beschloß der Oberarzt und die Hebamme am frühen Nachmittag die Restblase zu öffnen. Es hatte sich nämlich im tieferen Becken nochmals Fruchtwasser gesammelt und erschwerte das Absinken des Köpfchens. Naja, und dann ging es auch schon los.

Der Notkaiserschnitt

Als plötzlich viel und dunkles Blut nach dem restlichen Fruchtwasser kam, wurde es doch etwas hektisch und ich merkte dem Team eine gewisse Beunruhigung an. Schnell hieß es: „Du musst in den Op, wir machen einen Kaiserschnitt“. Gefolgt von den Worten“ Es ist alles gut, dem Baby geht’s gut. Aber jetzt muss es schnell gehen. Du bekommst eine Vollnarkose.“

Da war ich schon am Weg in den OP. Ich konnte gerade mal so kurz nach hinten zu Shrimphansi winken. Aber dann ging alles wirklich sehr schnell. In zwei Minuten war ich im Op. Die Desinfektion wurde über meinen Bau geschüttet. Die Narkoseärzten erklärte noch schnell alles, während ich tränenüberströmt vor Sorge ums Kind in den Narkoseschlaf glitt.

Ich erwachte eine Stunde später mit Hebamme und Ärzten im Gesicht. „Robin geht es gut und er ist ein Riese“ hörte ich nur meine Hebamme sagen. Ich war sehr erleichtert. Es war mir klar dass es sich um einen Notkaiserschnitt handelte und obwohl sich jeder bemühte sachlich und ruhig zu wirken wird einem als Mutter doch bange. Ich wusste, dass die Chance auf einen Kaiserschnitt hoch war, trotzdem war ich geschockt.

Mein mann durfte nicht mit in den OP, aber er hielt Garnello nur 10-15 Minuten nach meinen Abflug in den OP in der Hand und es war alles gut. Der Notarzt und auch der alarmierte Kinderarzt gaben ihr Okay. Wobei der Kinderarzt aus einem anderen Krankenhaus hergebracht wurde. Keine Maßnahmen erforderlich. Das beruhigte alle.

Gleich nach dem Aufwecken wurden Shrimphansi und Garnello zu mir in den Aufwachraum gebracht. Die Erleichterung war mir und Shrimphansi anzusehen. Alles war gut gegangen und wir waren wiedervereint.

Aber was war passiert?

Die Kaiserschnittnarbe riss während des Senkens und an dieser Stelle löste sich auch noch die Plazenta vorzeitig. Ich kann nur sagen: Ein Glück, dass ich  so gut betreut wurde und ich im Krankenhaus war, sonst wäre es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit für Garnello und für mich schlecht ausgegangen.

Ist es aber nicht, alles wurde richtig gemacht und alles ist in diesem Fall so gut wie möglich gelaufen.

Ein glückliches Ende

Schon wenige Minuten nachdem meine zwei Männer zu mir in den Aufwachraum kamen und etwas über eine Stunde nach dem Notkaiserschnitt konnte ich mich bereits wieder seitlich drehen und konnte Garnello das erste Mal anlegen. und es funktionierte wunderbar. Die Kuschelzeit wurde intensivst nachgeholt und die Bindung war und ist ungebrochen. Ich brauche zwar immer ein bisschen Eingewöhnungszeit, aber alle in unserer Familie waren Liebe auf den ersten Blick , so auch Garnello (nur bei Shrimphansi musste ich zweimal schauen).

Ja, ich war ein bisschen traurig dass es so gelaufen ist. Und ich hab schon wieder das erste Wiegen und Messen verpasst. welche Mutter will da nicht dabei sein. Aber es ging eben nicht anders und ich weiß mein Mann hat es sehr gut gemacht und das erste Bonding gut übernommen. Schließlich hab ich mich ja eh fast 38 Wochen um Garnello gekümmert, da kann der Start ins Leben ruhig mit Papa sein. Und Mama hat ja dann auch gleich wieder übernommen. Nach zwei Tagen wurden alle Medikamente abgesetzt und nach drei Tagen durfte ich mit all meinen Liebsten nach Hause.

Also alles in Allem war es nicht so schlimm wie befürchtet. Allerdings wünsche ich es niemanden. Natürlich nicht, es ist ja auch ein Notfall. Nur sollte es soweit kommen, dann ist es ebenso. Und es ist einfach wichtig damit es den Muttis und Babies gut geht. Wenn unsere Lieblinge ihren Weg auf unsere Welt per Kaiserschnitt finden ist das eben ihr spezieller Weg. Kein Grund sich lange zu kränken, sich unvollständig zu fühlen, oder gar das Gefühl haben was versäumt zu haben.

Ja, diese Gedanken kommen und dürfen ihren Platz haben. Aber haltet sie nicht fest und lasst sie ziehen. Stellt der Hebamme oder den Ärzten Fragen zum Ablauf, sowohl als eventuelle Vorbereitungen oder auch als Nachbetreuung. Wenn all eure Fragen beantwortet sind ist die Situation für euch auch besser und leichter zu verarbeiten. Jede Geburt hinterlässt Erinnerungen, gute und schlechte. Das Ergebnis ist jedoch von Bedeutung: Eure Gesundheit und die eures Babies. Setzt keine falschen Ziele und Erwartungen und vor allem keine Vergleiche und Rechtfertigungen. Das sollte nur wenig Platz haben im neuen Familienleben.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Alles Gute euch allen,
Eure Shrimpmama

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1 Kommentar

Michaela 10. Juni 2019 - 20:07

Oh wow!!! Mehr gibts da wohl nicht zu sagen! 😟 zum Glück lief alles gut- und den Namen Robin find ich toll! 😊

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