Mein Breileid (Aktualisiert) – oder: Eskalation bei der Breifütterung

von Shrimphansi
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Breileid

Shrimpmama hat schon zwei, drei „Rezepte“ zu Babybreis gepostet. Das ist aber nur die eine Seite der Münze (die schöne, glänzende Seite). Irgendwer muss den bereiteten Brei dann auch verfüttern. Lasst mich von meinem Leid berichten.

Ursprünglich vom 21.6.2017:

Schrille Schreie hallen durch den Raum, der Boden ist mit Spuren der Schlacht gezeichnet. Überall liegen rote Fetzen am dunklen Parkett. Der rote Saft läuft mir langsam über meinen Unterarm Richtung Ellbogen. Am tiefsten Punkt sammelt er sich in einen Tropfen. Kurze Zeit später trägt auch dieser seinen Teil für die Schlachtfeldgestaltung bei. Auch mein Spross ist gezeichnet, das Gesicht und der Kopf sind rotverschmiert. Der rote Beete Brei tut das Seinige um die Stimmung noch zu intensivieren. Drei Löffel sind geschafft. Erschöpft lasse ich die Stimmung auf mich wirken.

Eine schreckliche Szene!

Freudige Anfänge

Als wir vom Kinderarzt die Freigabe zur Zufütterung bekommen haben, waren meine Frau und ich gespannt (Ehrlich gesagt sie war erfreut, dass die Kleine nicht nur an ihr hängen muss. Und ich war skeptisch). Die ersten selbstgemachten Schüsselchen waren lustig. Unser Shrimpi wusste noch nicht was das Ganze sollte. Die ersten Fortschritte waren schön, obschon sich gewisse Schwierigkeiten bereits abzeichneten.

Nicht nur Mama und Papa durften den Löffel bewegen, nein, die Kleine musste natürlich alles unter Kontrolle haben (Frau eben). Nicht in den Brei zu greifen, macht natürlich für so ein kleines Ding keinen Sinn. Was folgte war die Aufwertung des umgebundenen Latzes. Auch der Mund musste nach jedem zweiten Löffel abgewischt werden.

Anfänglich wurde ca. ein Viertel des bereiteten Breis gegessen. Danach wurde natürlich wieder die Milch eingefordert.

Fortschritt

Nach den zähen Anfängen wurde rasch ein Fortschritt sichtbar. Die 100g Schüsseln wurden vom Shrimp freudig gegessen (nur hin und wieder war sie bei gewissen Gemüsesorten skeptisch). Alles in allem lief das Ganze gut (für mich jedenfalls).

Die Mama übernahm den Großteil der Fütterungen (auch wenn man die Aufenthalte auf der Busenhaltestelle nicht mit nimmt). Ich konnte mich ganz gut aus der Situation raushalten. Der Versorger kann ja schließlich nicht ganze Zeit daheim sitzen. Letzten Endes hatte Shrimpmama genug und erhöhte ihrerseits den Druck.

Ich gab nach (das machen Väter eben – sagt schon das Sprichwort).

Die Abendsonne lässt ihre Strahlen sanft über die traurigen Gestalten streichen. Beide verzweifelten Kämpfer erkennen das rotholde Schauspiel der untergehenden Feuerscheibe nicht. Als Fütterer muss ich die in Körper und Geist verbliebene Geduld aufbringen. Die Nährstoffe des Fruchtschleims sollen ja nicht am Gesicht des Kindes verschwendet werden.

In diesem Augenblick gibt der Geduldsfaden des Kindes nach. Muttermilch will gegessen werden. Kein komischer Brei aus über die unkenntlich hinaus zerkleinerten Gemüse. Ein letzter beherzter Schlag kippte die Schüssel aus dem gesicherten Griff des Vaters. Die Schüssel übergab die restlichen roten Breireste dem Gesicht und dem Gewand des Babys.

Eine tragische Komödie!

Alltag

Heute kann ich mich nicht mehr vor der Fütterung drücken. Je nach Stimmungshaltung und Milchverlangen des Terrorshrimps ist die Breigabe mal einfacher und mal nicht. Unserem Herz scheint auch die Funktion des Löffels viel zu ineffektiv zu sein. Sie hat es auf die Schüssel direkt abgesehen. Wenn der Brei flüssig genug ist klappt das auch ganz gut. Sie schnappt sich die Schüssel und zieht diese zum Mund. Natürlich sichere ich dabei das volatile Gefäß so gut ich kann. Die wilden Gesten der Kleinen sind nich immer voraussehbar.

Der Brei wird geschlürft und nebenbei die Konsistenz mit den Fingern geprüft. So geht es meist ganz gut. Schlimm wird es, wenn der Brei nicht flüssig genug ist um ihn direkt aus der Schüssel zu trinken. Wie bereits erwähnt ist der Löffel kein Freund. Die Geduld des Menschleins ist ziemlich gering und auch das zehrt an den Nerven…

Müde und erschöpft kämpfe ich mich mit meiner Gegenspielerin über die Treppen in Richtung Badezimmer. Auf halben Weg fühle ich den mühsam verfütterten Brei, babywarm unter und auf meinem Hemd herunterlaufen. Mit schmatzenden Lauten landen einige Batzen auf den Stufen. Resignierend setze ich deren Entfernung auf meine Liste der offenen Punkte und setze meinen Weg fort.

Die Dusche läuft und erreicht eine kindertaugliche Temperatur. Mit meiner Tochter im Arm trete ich unter die fallenden Tropfen. Geschockt reist die Kleine ihre Augen auf, ergibt sich aber rasch ihrer Situation. Müde und langsam sauber werdend lehne ich mich an die Wand. Meine kraftlosen Beine geben nach und ich gleit langsam der steinzeugbefliesten Wand entlang auf den Boden.

Ein trauriger Anblick!

Aktualisierung vom 21.9.2017

Im Vergleich zu den Anfängen ist das Breifüttern heute eine einfache Sache. Unser Shrimpi reißt uns gierig den Brei aus der Hand. Schmutzig wird meist lediglich das Lätzchen (oder Mama wenn die Kleine sich genüsslich den Mund am Gewand abwischt) und dann nur wenn man zuviel Brei auflädt.

Aber wie isst es so schön, wenn es am Besten läuft kommt auch schon die nächste Änderung. Denn es wird von nun an wird normales Essen dazuzufüttert. Hier ist es einfacher. Unser Terrorshrimp nimmt gerne kleinere Bissen unserer Speisen an (30 – 80% landen zwar am Boden – je nachdem wie gut man auch damit spielen kann). Die Tage der Breifütterung sind somit gezählt. Mal sehen obs bei der Vollumstellung auch wieder schwieriger wird (Naschen ist ja bekanntlicherweise recht einfach).

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6 Kommentare

Christina Danner 27. Juni 2017 - 17:15

Hahahahaha -„Breileid“ – ich liebs…Bei uns wars so, dass unser Jüngster (Noah) den Brei komplett verweigert hat. Er wollte gleich was „gscheites“ – ohne Zähne, hmmm. Aber auch das haben wir überlebt und er isst mittlerweile mit 18 Monaten ALLES und IMMER…;-)

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Ulli 27. Juni 2017 - 18:48

Hihihi, find ich super!!! Wir machen ja eigentlich Breifrei, aber natürlich gibts trotzdem ab und zu was mit dem Löffel, das sieht dann hier ähnlich aus 🙂

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Verena 27. Juni 2017 - 21:22

Ups ? bei uns war’s zum Glück nie so schlimm, aber der Mini wollte auch immer schon alles selber machen… anstrengend ?

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Kerstin 28. Juni 2017 - 08:23

Hahaaa ? Danke für deinen erheiternden Bericht!! Ich hab dir eh schon mal geschrieben: das Bild ist genial und sagt mehr als tausend Worte ? Viel „Spaß“ weiterhin ?

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Manu 29. Juni 2017 - 16:49

Sehr lustiger Bericht!! 🙂 Tja, was soll ich sagen … bei uns gab es nie Brei, darum finde ich den Bericht wahrscheinlich noch lustiger. Viel Freude noch 🙂

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Warum ich noch immer stille und es auch noch eine Zeit lang tun werde. 31. Juli 2017 - 07:13

[…] öfter lesen konntet haben wir im fünften Monat auch brav mit Brei begonnen. Mal erfolgreich, mal weniger. Aber jedes Monat wurde Mahlzeit aus Mamas Milchbar mit Brei ersetzt. Mittlerweile sind wir sogar […]

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