Ich-Bewusstsein und wie wichtiges es ist für das soziale Leben unserer Kinder

von shrimpmama
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„Ich“ ein kleines aber sehr wichtiges Wort. Wie alles muss sich das Bewusstsein über das Ich allerdings erst entwickeln. Und das tut es schon von Anfang an. Aber lest selbst.

Die Anfänge

Kaum auf der Welt gibt es vieles zu entdecken für die Kleinen. Dabei lässt sich beobachten, dass Babies auf Mamas Finger stärker reagieren als auf ihren eigenen. Sie können sich selbst von der Umgebung also abgrenzen. Die Shrimpis entdecken auch dass ihre eigenen Bewegungen Auswirkungen haben. Dass sie schreien können oder die Arme in die Luft strecken können. Bewegung, Aktion und das Selbst passen zusammen. Das sind die Anfänge des Ich-Bewusstseins. Unterschätzt also nie Säuglinge. Gerade sie lernen und saugen alle Reize ein wie Staubsauger auf Hochbetrieb.

Sich selbst erkennen

Im zweiten Lebensjahr entwickelt sich das Selbst so wie wir es von uns kennen. Habt ihr ein eineinhalbjähriges Kind zu Hause? Dann malt ihm einen farbigen  Punkt auf die Nase. Setzt es vor einen Spiegel. Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit danach greifen und seine komische Nase ausgiebig begutachten. Dies beginnt ca mit 18-20 Monaten. Kleiner Kinder greifen noch auf den Spiegel und realisieren nicht, dass der Punkt auf ihrer Nase sitzt. Die bald zweijährigen sind sich also ihres individuellen Aussehen schon bewusst. Aber das muss man Eltern selten sagen. Auch das Kleider samt Accessoires aussuchen am Morgen gehört zu diesem Bewusstsein. Irgendwie entzückend…solange ich es nicht eilig habe.

Mit etwa zwei Jahren können sich Kinder in Videos erkennen und mit ungefähr drei Jahren erkennen sie ihren Schatten.

Das Ich- Bewusstsein entwickelt sich dadurch, dass die Minimenschleins merken, dass ihre eigenen Handlungen andere Menschen und Gegenstände dazu bringen auf eine bestimmte Art zu reagieren. Je sensibler Eltern auf die Handlungen der Kinder reagieren desto leichter fällt ihnen die Entwicklung des Ich- Bewusstseins. Gerade Säuglinge und Kleinkinder verstehen durch häufige angemessene Interaktion mit den Eltern, was welche Auswirkungen auf ihre Umwelt hat. Dadurch ist das Ich meist schon früher entwickelt als bei Kindern die dieses Glück nicht haben.

Ich-Bewusstsein und Gefühle

Das Ich-Bewusstsein spielt rasch eine zentrale Rolle in der emotionalen und sozialen Entwicklung.  Für selbstbezogene Emotionen (Neid, Wut, Freude,…) braucht es natürlich auch ein Bewusstsein des Selbst. Nur so können Kinder auch Mitgefühl entwickeln. So können sie nämlich die Perspektiven anderer einnehmen und verstehen lernen. Also wenn ein anderes Kind weint es zu trösten. Allerdings lernen sie so auch noch besser wie sie andere ärgern können. Ja und wer ist da meist der Leidtragende? Bei uns ist es Mama. Papa der Held wird nicht geärgert. Klar.

Die Rolle der Sprache

Für all das ist die Sprache nicht wirklich nötig. Jedoch wird sie im Alter von zwei bis drei Jahren zu einem wichtigen Werkzeug unserer Minis. So können sie das Selbst klarer darstellen. Sie fangen an sich und andere zu kategorisieren. Zum Beispiel nach Bub und Mädchen oder nach Baby und Kind. Das ist ganz unterschiedlich, aber es kommen immer mehr Kategorien dazu.

Selbstregulation

Dies passiert erst nach dem zweiten Lebensjahr. Aber für Selbstregulation, also die Fähigkeit sich selbst zu steuern und in sozial passender Weise zu verhalten, bedarf es dem Ich-Bewusstsein. Die Kleinen müssen sich gedanklich dafür auf sich selbst beziehen können. Und zwar so, dass sie ein eigenständiges Wesen sind das seinen Handlungen eine bestimmte Richtung geben kann.
Sie brauchen auch eine gewisses Erinnerungsvermögen um sich an die Regeln erinnern zu können. Und natürlich die Fähigkeit diese umzusetzen und selbst anzuwenden.

Viele tun dies als Folgsam abgetan. Aber genau dies zeigt das Begreifen und Umsetzten von Regeln und ermöglicht eine Selbstregulation. Jetzt mal abgesehen von den Trotzanfällen. Auch die gibt es natürlich in dieser Phase. Aber dazu ein andermal mehr.

Ab und an könnt ihr eure Kinder bestimmt auch dabei beobachten wie sie sich selbst Verbote auferlegen. Wenn sie gerade etwas „anstellen“ und es schnell unterbrechen und „Nein“ sagen zum Beispiel. Oft recht lustig zu beobachten. Oder natürlich das Gegenteil und das Verbotene besonders leise und heimlich machen. Das kennen bestimmt alle Eltern.

Shrimpi steckt gerade mitten in dieser Phase und beginnt sprachlich immer mehr zu Kategorisieren. Sie weiß auch sehr genau was Mama ärgert und was sie darf und nicht darf. Neulich hat sie begonnen künstlich zu weinen um Mitgefühl bei Mama zu erhaschen. Meist findet dass in einem lustigen Rollenspiel sein Ende, manchmal auch in einer kleinen Streiterei. Ja, Mama ist auch nicht immer Herr der Lage. 😉

Wie sieht das bei euren Kids aus? Können sie sich gut in andere hineinversetzten oder tun sie sich noch immer schwer?

Eure Shrimpmama

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