Erziehung | Mamakram

Der Umgang mit kleinen Auas bei Kindern, so wird ein Kind bestimmt weinerlich

9. Juli 2018

Immer wieder mal passiert es, dass Shrimpi hin plumpst. Mal auf die Knie, mal auf den Po oder gar eine seitliche Rolle. Jede Mama und jeder Papa kennt es. Die vielen kleinen Wehwehchen des Alltags mit Kind. Mal gibt es Blut, mal einen blauen Fleck und mal ist eigentlich nicht wirklich was passiert. Aber wie geht man richtig damit um? Diese Frage hab ich mir von Anbeginn der Shrimpzeit gestellt. Und: ich hab da was gravierend falsch gemacht.

Das Kind ernst nehmen

Natürlich ist es mir sehr wichtig mein Kind ernst zu nehmen und es in seinen Gefühlen und Emotionen zu unterstützen und zu begleiten. Auch ein wichtiger Erziehungsauftrag wie ich finde.

Wie ich schon öfter geschrieben habe müssen auch die passenden Emotionen gelernt werden. Wie gehe ich damit um, was löst sie aus und wie erkenne ich sie? Erklärung, Reaktion und Vorbild, sowie Imitation sind nur einige Wege zum Erlernen

Das leidige Aua

Beim Thema Schmerz hab ich mir vorgenommen Shrimpi immer ernst zu nehmen. Sie weint wenn sie sich anstößt, hinfällt oder sich anderweitig verletzt. Und Mama stand immer tröstend zu Seite. Denn schließlich kenne ich ja ihr Schmerzempfinden nicht. Es kann ja sein, dass es Shrimpi weh tut obwohl es mir nicht weh tun würde. Und ich wollte ihr nicht lernen, dass sie Schmerz unterdrücken muss.

Schwerer Fehler

Klingt ganz nett in der Theorie, darum habe vor allem ich es bis vor ein, zwei Monaten so gelebt. Es stellte sich heraus, es ist völlig schwachsinnig. Nun hab ich ein Kind das wegen jeden kleinsten Dreck aufheult. Schrecklich. Hier zu Lande sagen wir Zetze dazu. Also ein Menschlein, dass sich wegen allen gleich lautstark bemerkbar macht. Und Shrimpi tut das in jeden Fall beim Thema Auas. Da muss ich zugeben, hab ich einen schlechten Weg gewählt. Shrimpi hat gelernt wegen wirklich jeden kleinen Aua zu weinen, weil Mama dann kommt und es Aufmerksamkeit gibt. Zum Glück ist Shrimpi nach wenigen Sekunden meist beruhig, dennoch finde ich es total unpassend. Nicht weil es mich nervt oder ich an Rücksicht auf andere Leute denke. Nein, Shrimpi hat einfach eine übertriebene Reaktion gelernt und das muss ich jetzt wieder ausbügeln.

Der lange Weg des Verlernens

Ich bin mir sicher, dass Shrimpi keine sooo niedrige Schmerzschwelle hat, dass sie wirklich Schmerz bei all den Kleinigkeiten empfindet wegen denen sie weint. Denn natürlich ist es auch stark von der Situation abhängig. Hat Shrimpi gerade Spaß oder will sie etwas unbedingt, verträgt sie oft einen wirklich  kräftigen Bumbs ohne eine Miene zu verziehen.

Darum heißt es jetzt für mich dieses weinerliche Gehabe wieder abzustellen. Und wie geht das? Mit Verlernen. Das dauert natürlich länger als Lernen. Aber wir nehmen diesen Weg trotzdem auf uns.

Nun warte ich meistens mal ab wenn ein Aua passiert, wie Shrimpi es nennt. Ich gehe nicht gleich hin trösten, sondern warte so gelassen wie mir möglich ab. Eigentlich erkenne ich eh gleich am Weinen ob es ein richtiger Schmerz ist oder nur eine übertriebene Reaktion um Aufmerksamkeit zu erlangen. Natürlich versuche ich es noch immer vom Vorfall unabhängig zu machen. Zumal sehe ich eh nicht alles und zum anderen tun oft kleine Unfälle die harmlos aussehen, mehr weh als andere. Man denke nur an seinen kleinen Zeh und beliebige Möbelstücke.

Achtsamkeit

Ja ich bin für mehr Achtsamkeit im Umgang mit seinem Kind und den Mitmenschen. Und jedes Kind soll ernst genommen werden in seinen Anliegen. Allerdings nur in echten Anliegen und nicht aus einer Laune heraus. So lernt man Kindern nur übertriebene unangepasste Reaktionen. Kinder die für alles Aufmerksamkeit fordern und Erwachsene brauchen um die Situation zu handhaben. So meine Meinung zumindest. Also ich pfeife auf das und bin mir sicher es wird Shrimpi gut tun.

Wie handhabt ihr das?

Eure Shrimpmama

 

 

  1. Also ich mach das eigentlich so, wie du es anfangs gemacht hast. Bei uns klappt es gut- finde ich. Sie fühlt sich wahrgenommen und ernstgenommen. Wenn sie sich ,, nur ein bisschen weh tut“ (was ich ja eigentlich nicht beurteilen kann), dann reicht oft auch Blickkontakt bzw. benenne ich das Geschehniss und ihren Schmerz… Funktioniert gut finde ich.
    Und, ich find den Zugang (daweil) noch gut, weil ICH selbst deutlich schmerzempfindlicher bin als manch anderer- und ich möchte doch auch wahrgenommen werden mit meinem (Vl. Scheinbar ) kleinen AUA 😉

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