12 Stunden allein mit meiner Tochter

von Shrimphansi
0 Kommentar
Allein mit meiner Tochter Titel

In der Vorwoche habe ich berichtet, dass die exklusive Papa/Shrimp Zeit ansteht. Natürlich war ich nervös, aber wie war es letztendlich? Lest selbst. Hier findet ihr meinen Bericht zum ersten halben Tag allein mit meiner Tochter.

14:00 Uhr – Die Mahlzeit

Dankenswerterweise hat Mama noch ein schnelles und schmackhaftes Essen zubereitet. Mama verabschiedete sich während der Mahlzeit. Wir waren zu sehr mit der Reduzierung der uns vorgelegten Nudeln beschäftigt, darum wurde Mamas Abschied nur nebenbei wahrgenommen.

Als wir Beide satt waren und Shrimpi von den größten Saucenresten befreit wurde, war noch eine weitere Säuberungsaktion notwendig. Die Windel wollte gewechselt werden, den zu nah durfte man dem kleinen Stinktier nicht kommen. Nachdem ich die Teller weggeräumt hatte, sah ich Shrimpi neben der Couch mit halb geöffneter Windel stehen…

14:30 Uhr – Das Gackisakker

Nun war mir klar warum es dufttechnisch eindeutig Windelwechselzeit war. Eine gut gefüllte Windel hing halboffen, zwischen Shrimpis Beinen herum. Schnell spurtete ich auf den Dreckspatz zu und mit einem Ruck hat sie den zweiten Klettverschluss geöffnet (Danke Stoffwindel).

Klatschend klappte die Windel nach unten und übergab sich auf den Boden. Ich versuchte den Schaden zu begrenzen indem ich die Hose samt klaffender Windel vorsichtig vom Kind entfernte und sicher auf den Boden legte. Der Boden musste warten, denn da gab es ja noch ein verschmiertes, zappelndes (schlechte Kombination) Baby.

Vorsichtig schnappte ich mir das Kind meiner Frau und trug es zur Windelwechselstation. Das Kind war nach kurzer Zeit sauber. Die Windelauflage hatte weniger Glück. Kurze Zeit später (es fühlte sich jedoch empfindlich länger an), waren dann die Spuren wieder beseitigt.

15:00 Uhr – Der Garten

Sauber aber abgekämpft begaben wir uns in den Garten um ein wenig Gartenarbeit zu verrichten. Shrimpi macht es immer Spaß mir bei der Arbeit zu helfen. Das von mir ausgestochene Unkraut wird von ihr sorgfältig aus dem Kübel gepfückt und wieder im Garten verteilt. Frei nach dem Motto, geteilte Arbeit ist doppelte Arbeit.

Nach kurzer Zeit schob sich aber eine Regenfront über die Berge. Während wir alles zusammenpackten waren schon die ersten leichten Regentropfen spürbar. Als der Weltuntergang begann (vielleicht etwas übertrieben), konnten wir uns noch gerade so durch die Terassentür ins schützende Wohnzimmer retten.

15:30 Uhr – Das Haus

Nach einer guten Stunde war nun mein Tagesplan schon beim Teufel (oder sonstwo nur nicht mehr durchführbar). In meiner anfänglichen Ratlosigkeit habe ich schnell einen Kinderfilm gestartet (Ja ich stehe Shrimpmama in der Erziehungsqualität um nichts nach). Nach fünf Minuten verlor Shrimpi aber das Interesse und gab mir Anweisungen womit als nächstes gespielt werden soll. So früh übernehmen die Frauen also schon die Führung.

Draußen nahm langsam der Regen ab und auch Pelzibub (ich war nicht ganz allein mit meiner Tochter) forderte langsam seine nachmittägliche Spazierrunde ein. Als Stärkung verabreichte ich Shrimpi noch eine Banane, welche sie voller Freude nach dem dritten Bissen auf (oder besser gesagt: in) der Couch verteilte.

17:15 Uhr – Der Spaziergang

Nach dem nächsten Putzintermezzo (nicht die Möbelhauswerbung) starte das Dreiergespann den Spaziergang. Ein Blick auf dem Himmel zeigte vor uns einen weißen Himmel. Hinter uns war reines Schwarz. Guter Hoffnung gingen wir los. Nach nicht ganz einem Kilometer frischte der Wind auf, es wurde dunkler und dunkler und es kühlte deutlich ab.

Also drehten wir um und flohen so schnell es Shrimpi und Pelzibub zuließen in Richtung sicheres zu Hause.

18:00 Uhr – Das Bad

Daheim angekommen (draußen startete rechtzeitig „Weltuntergang Teil 2: Jetzt erst recht“) habe ich dann alles für’s Schlafen gehen vorbereitet. „Alles“ ist vielleicht ein wenig übertrieben: Ich habe das Abendfläschen gekocht.

Mit dem Abendproviant gesichert, ging es ab in die Badewanne. Nach dem ausgiebigen Bad musste Shrimpi aus der Badewanne. Leichter gesagt als getan. Bei Shrimpi ist es nämlich so: Wenn sie einmal in der Badewanne ist, wird es problematisch sie da wieder rauszubekommen. Zu Zweit ist das schon schwer genug. Einer kann den Shrimp aus der Badewanne fischen und der Andere fängt sie mit dem Handtuch auf.

Alleine funktioniert diese Taktik nicht. Da fiel mir ein, dass beim Auslassen von Fischteichen nebenbei die verbleibenden Fische einfach eingesammelt werden. Also habe ich den Abfluss geöffnet. Shrimpi war verwirrt, aber belustigt. Als sie am Trockenen saß konnte ich sie einfach aus der Badewanne pflücken und es gab auch keine Fluchtversuche ihrerseits (und auch kein lustiges zappeln wie bei den Fischen).

So konnte das Abendritual starten. Auch hier ging alles problemlos von der Hand. Und im nu und etwas zu früh, war mein Töchterlein im Bettchen.

19:15 Uhr – Die Freiheit

So Shrimpi war versorgt und Papa war erledigt. Es war ein schöner Tag mit der Kleinen  und nach kurzem Freizeitgenuss sank ich auch schon erschöpft ins Bett und schlief ein.

Rückblick

Aufgeweckt wurde ich des Nachts durch ein gefährliches Knurren von unserem Pelzibub. Er hörte sein Frauchen, dass spät abends vom Poltern nach Hause kam. Nach 12 Stunden war ich nicht mehr alleine und die Zeit war überstanden.

Ich kann nur sagen, dass ich es mir ein wenig schwieriger vorgestellt habe, als es im Endeffekt tatsächlich war. Shrimpi war an dem Tag ein Engel und es gab keine Spur eines Trotzanfalls. Mein Tag ging nicht so durch wie ursprünglich geplant, aber das war nicht weiter tragisch.

So kann ich sagen, dass ich kein Problem habe den Tag allein mit meiner Tochter zu verbringen. Der stressige Teil ist einfach die Vorfreude (oder sollte ich eher sagen Vorangst). Sobald es ernst wird geht’s eh dahin und die Drecksarbeit gibts ja immer wieder.

Ähnliche Beiträge

Hinterlasse ein Kommentar


Mit der Nutzung der Kommentarfunktion erklärst du dich mit der Speicherung und der Verarbeitung deiner Daten durch diese Webseite einverstanden.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.