Erziehung

Tu das nicht, du darfst das nicht… mein Kind soll ohne diesen Nonsens aufwachsen

19. März 2018

Erziehungsstile gibt es viele. Autoritär, Antiautoritär, Laissez-affair, permessiv und wie sie nicht alle heißen. Irgendwie sind die alle nicht für uns gemacht. Ich finde die Mischung macht es aus. Mit Bauchgefühl durch den Familienalltag, situationsangepasst  und manchmal aus der Not heraus. Denn da kann ich hundert Bücher gelesen und Seminare besucht haben, manchmal reicht es mir und manchmal hab ich die Nerven nicht dazu. So ist das eben, menschlich und für mich zumindest nicht vermeidbar. Deswegen gehe ich meinen eigenen Weg. Bei dem machen wir als Eltern unsere Regeln und Vorschriften und Shrimpi gibt die Herausforderungen vor. Darum werdet ihr jetzt immer wieder was über mein/unser Erziehungsexperiment zu lesen bekommen.

Negativismus

Was mich am meisten nervt sind die ganzen Verbotssätze. „Tu das nicht“, „Du darfst das nicht“ und „ich will das nicht“. Mich regen so Sätze sehr auf. Warum? Weil sie Verbote aussprechen die das Kind ohnehin nicht versteht. Verneinungen sind absoluter Schwachsinn. Das eigentliche Verbot kommt nämlich immer am Ende des Satzes. Das kleine Wörtchen nicht. Aber dort so hinten dran wird ihm kaum noch Beachtung geschenkt. Die Botschaft wird zwar von den Kindern wahrgenommen, doch nicht unbedingt bis zum Ende. Außerdem ist es durch das Nicht am Ende eine Umkehrung der Bedeutung des restlichen Satzes. Also einmal noch um die Ecke denken. Und nicht zuletzt für Kinder ist genau das besonders schwierig.

Nein und Stop

Nicht falsch verstehen: Ich bin nicht gegen Verbote. Also korrekt ausgedrückt: Ich mag Verbote. Verbote machen meiner Meinung nach Sinn. Sie sind genauso Regeln wie alle anderen. Oft sogar die wichtigeren Regeln. Die Wörter Nein und Stop erfüllen durchaus ihren Sinn. Diese sind klar in der Deutung und kurz. Kinder können sie also gut und rasch verstehen und verarbeiten. Ob sie das Verbot dann auch umsetzten ist freilich eine andere Frage.

Positivismus

Hier ein paar Beispiele für die positive Formulierung:

Statt „Du darfst am Sessel nicht stehen“ sage ich dann „Setz dich hin“, meist auch noch mit „Bitte“ davor, kommt aber auf die Dringlichkeit an. 🙂

Statt „Schmeiß das nicht runter“ kassiert Shrimpi ein „Stop. Hebe es auf“ oder „Stop! Das bleibt am Tisch“.

Wichtig sind kurze Sätze mit klarem Auftrag. Das ist für unsere Kids viel leichter verständlich.

Im Alltag

Natürlich gelingt es mir nicht immer die Sätze positiv zu formulieren. Oft genug formuliere ich die Sätze mit einem Nicht. Aber zumindest bin ich mir dessen bewußt und versuche daher auch bewusst die Sätze umzuformulieren. Es gelingt mir immer öfter automatisch. Es schleicht sich also bei mir schön langsam ein, dass ich die Sätze einfach so positiv formuliere. Auch wenn mir mal ein Nicht-Satz rausrutscht und ich gerade die Zeit und Geduld – nicht – habe kommt ein ähnlicher nicht-Nicht-Satz nach 😉

Aber natürlich erleidet kein Kind einen psychischen Schaden oder irgendwelche anderen Einbußen durch eine negative Formulierung von Regeln. Ich habe nur diesen Negativismus einfach satt. Noch dazu ist es aus genannten Gründen einfach sinnvoller positiv zu formulieren. Also mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn dazu kommt dass positive Sätze meist in einem weitaus freundlicheren Ton gesagt werden. Das ist wiederum förderlich für die Umsetzungsbereitschaft, weil es nicht so viel Trotzreaktionen erzeugt. Und dadurch kommt es zu weniger beziehungsbelastenden Situationen. Also zu weniger Streit. Und wer will das nicht.

Wie handhabt ihr das?

Eine stressfreie Woche!

Eure Shrimpmama

 

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  1. Liebe Shrimpmama! Ich versuche auch, das NICHT zu vermeiden… Ich steh aber recht am Anfang… Der häufigste Nicht- Satz bei mir ist zur Zeit glaub ich bei der Essenssituation.
    Sie mag nicht mehr und ich sag meistens: ,,Bist du fertig? Wenn ja, musst du ja natürlich NICHT“ 🙈
    Ab und zu gelingt mir eine Alternative : ,,Wenn ja, ist das ok“…
    Aber ich übe noch…
    Nebenbei mag ich das Wort MUSS nicht – und es kommt leider sooo oft bei mir vor. Meistens ,,muss die Mama noch das und das machen“… Richtig gaga , weil eigentlich MUSS ja das meiste genau genommen nicht passieren…
    ja, es gibt noch viel zu tun 😊
    Alles Liebe

    1. Ja, es schleicht sich leich rein. Bin es ein bisschen von meiner Arbeit gewöhnt das Nicht weg zu lassen, aber es passiert mir trotzdem immer wieder. Ja, das stimmt. MUSS ist auch so ein Thema, wobei mich persönlich das nicht so sehr stört. Aber man sollte es schon im Auge behalten. Danke für dein Kommentar!

  2. Bei mir ist das böse Wort ABER. Das ABER schwächt, alles vor dem Beistrich stehende, ab oder kehrt es um. Das kann ein Problem werden, wenn man es oft verwendet, weil die Aussagen gelten dann nicht mehr. Das Aber fordert eine Konfrontation heraus und ist konfliktträchtig. Bei einem „Ja, aber…“ Gespräch, befindet man sich bereits auf dem Wettkampfplatz. Da Sieht man rot. Da geht es nur mehr um „Recht haben“ und nicht um eine optimale Lösung.
    Es ist auch sehr schwer, aus dieser Position wieder herauszukommen. Da hilft auch Positives Argumentieren nimma. Eine Kombi aus dem ist sicher eine optimale Möglichkeit, jedoch herausfordernd. Üben, üben, üben ist da angesagt.

    1. Ja, das stimmt. In Gesprächen mit Shrimpi passiert mir das aber eigentlich nicht….noch nicht 😄 und bei Erwachsenen ist das ja oft so gewollt 😜

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