Papa am Samstag

Die Männergrippe: Ursachen und Funktion

17. Februar 2018

Aktuell gibt’s andauernd Meldungen von Höhepunkt der Grippesaison und man wird vor der (in manchen Fällen) lebensbedrohlichen Influenza gewarnt. Als Mann denke ich mir: „Da stehe ich drüber und eine kleine Grippe stecke ich leicht weg.“ Und dann erwischt mich die Männergrippe  trotzdem.

Hintergrund

Viele von euch werden bereits Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Ausprägungen der Männergrippe gemacht haben. In den Weiten des Internets gibt es auch unzählige Artikel in denen sich über Männer lustig gemacht wird. Ich muss zugeben, dass das nicht ganz unberechtigt ist, aber auch nicht ganz richtig.

Ich werde von Shrimpmama immer belächelt wenn ich im kranken Zustand unfähig bin den kleinsten Handgriff zu machen. Und ich kann euch bestätigen, es fühlt sich auch an als ob die finalen Stunden gekommen sind. Schauspielerei spielt entgegen der dominanten Meinung nicht die Hauptrolle. Aber lasst mich erst zu den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen kommen.

Gen ethische Voraussetzungen

Wissenschaftler der Johns Hopkins University haben in Ihrer Studie “Estrogenic compounds reduce influenza A virus replication in primary human nasal epithelial cells derived from female, but not male, donors” folgendes herausgefunden:

Wie der Titel bereits besagt wirkt sich Östrogen positiv auf die Abwehr des Influenza Virus aus. Weibliche Zellen haben Rezeptoren, welche die Aufnahme des Hormons Östrogen begünstigen. Das wirkte sich im Test mit einer um den Faktor 1.000 geringere virale Replikation aus. Soll heißen, Östrogen besetzt die Zellen und die fiesen Grippeviren haben viel weniger Chancen bei den Frauen.

Wir Männer dagegen gehen leer aus, denn unsere Zellen können das vorhandene Östrogen nicht so gut aufnehmen. Dadurch streckt uns eine Grippe auch auf so fatale Weise nieder.

Die Männergrippe ist eine Keimbildung

Somit deutet zumindest eine Studie darauf hin, dass es die Männergrippe tatsächlich gibt und nicht nur dem schaustellerischen Talent von uns Männer zuzuschreiben ist. Aber warum sind Männer dieser gemeinen Viren so schutzlos ausgeliefert. Im Moment sieht es so aus, dass Männer eine schlechtere Immunabwehr haben. Neben diesem unfairen Aspekt muss es ja noch zumindest einen weiteren Grund geben.

Meine „Nachforschungen“ haben mich auf eine evolutionäre Spur gebracht die heute noch immer seine (zumindest teilweise) Gültigkeit hat.

Männergrippe ist überlebenswichtig

In der frühen Menschheitsgeschichte war die Rollenverteilung klar. Frauen kümmerten sich um die Familie und die Männer sorgten für die Nahrungsmittel. In der Höhle (Lager oder Haus – was auch immer damals in war) bestand Sicherheit. Das bedeutete, dass die Daheimgebliebenen ohne Gefahr krank und damit beeinträchtigt sein konnten.

Für die Jäger sah die Sache anders aus. Als die Männergrippe noch in Entwicklung war und nicht jeder Mann diese Fähigkeit besaß, ging es diesen armen Typen an den Kragen. Die Krankheit war nur leicht spürbar. In den Leben oder Tod Momenten war’s dann eng und die geschwächten (nennen wir sie mal:) Prämänner wurden von Riesenmarienkäfern gefressen.

Dem modernen Mann konnte das nicht mehr passieren. Aufgrund seiner lebensbedrohlichen Krankheit musste er zu Hause bleiben und konnte sich erholen, um dann bei der nächsten Jagd dem Stamm noch zur Verfügung stehen.

Die Bedeutung der Männergrippe heute

Lebensbedrohliche Situationen gibt es heute nicht mehr so viele. Die Männergrippe erfüllt aber immer noch wichtige Funktionen. Zum Beispiel versucht mich Shrimpmama immer für Aufgaben einzuteilen, wenn ich zu Hause bin. Im Urlaub ist das ja in Ordnung, aber wenn ich krank bin und mal nicht jammere werde ich dauernd eingeteilt.

Dann geht es wirklich ums Überleben. Denn wie beim Kampf gegen Marienkäfern kann auch bei übermäßiger Bewegung im Haus die Ohnmacht drohen. Ich möchte mir nicht vorstellen, was passiert wenn so ein Riesending (wie ich) unkontrolliert umfällt. Gefahr für mich und die Umgebung, vor allem für herumlaufende Shimps.

Die Schutzfunktion ist somit immer noch aktuell und sinnvoll. Wer also die Männergrippe schlechtredet ist nur zu wenig informiert.

Fazit

Und abschließend kann ich alle Frauen beruhigen. Solange eure Männer leiden, oder beinahe im sterben liegen, ist es halb so schlimm. Wir werden schon wieder gesund (obwohl es sich in den Momenten wie eine Unendlichkeit anfühlt).

Sollten wir Männer mal aufhören zu jammern – Sorgt euch wirklich um uns.

LG,
euer Shrimphansi

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