Mamakram

Schlafenszeit! Über Einschlafrituale und die Legende vom Durchschlafen

5. Februar 2018

Noch in der Schwangerschaft wurde ich überschüttet von guten Ratschlägen bezüglich Schlafen. Von „Schlaf jetzt so viel du kannst, dann ist es vorbei damit“ bis „Unsere hat schon mit vier Wochen durchgeschlafen“. Ja, da waren wirklich alle Facetten dabei. Weiter ging es im Krankenhaus als Shrimpi auf die Welt kam. „Stillen sie alle drei Stunden und wecken sie die Kleine auf“. Spätestens da war mir klar: Nein, so nicht!

Wer bitte weckt ein schlafendes Baby? Das kam mir sehr eigen und unnatürlich vor. Ich weiß schon Stillrhythmus und so. Aber Babies verhungern doch nicht wenn sie schlafen. Okay, wenn sie recht klein und zart sind kann ich das ja noch verstehen, aber diese Kriterien erfüllte Shrimpi mit 4 kg nicht.

Die ersten Lebensmonate

So wurstelten wir uns durch die ersten Monate durch. Mit Stillen und Schlafen nach Bedarf wie das so schön genannt wurde. Also natürlich war Shrimpis Schlaf gemeint nicht meiner. Eigentlich funktionierte das recht gut. Einen verlässlichen Rhythmus bekamen wir allerdings nicht rein. Immer wenn ich mir dachte: ich stille sie jetzt dann wird sie nachher schlafen trat das genaue Gegenteil ein. Aber soweit war das eigentlich kein Problem. Denn mit Baby ist das einfach so. Darum war und ist bei uns das Motto: „Shrimpi first“.

Bis zum sechsten Monat war das Abendritual ins Bett gehen, stillen und ins Beistelltet legen. Jegliche Singversuch oder gar vorlesen wurde stets von Shrimpi abgebrochen, Sei es mit Geschrei anfänglich war es später Mund zuhalten oder weg krabbeln.also haben wir das auch gelassen. Und Shrimpi hat sich ihre ganz eigenen Rituale gesucht. Auf Mama reiten sich den Kopfsteicheln bis sie einschief und der gleichen.

Mit dem eigenen Bettchen änderte sich alles

Als Shrimpi acht Monate war begannen wir sie in ihrem eigenen Zimmer im Gitterbett schlafen zu lassen. Nicht weil ich Shrimpi nicht bei mir haben wollte, sondern weil sie es vorzog quer über meinem Gesicht zu schlafen. Und wenn Mama das nicht wollte schliefen wir alle nicht. Das konnte ich natürlich nicht so lassen. Also fingen wir an sie in ihrem Zimmer schlafen zu legen. Zuerst nur bis zum ersten Stillen, und nach drei bis vier Wochen für die ganze Nacht. Zu diesem Zeitpunkt trank Shrimpi noch zweimal nachts.

Und das funktionierte traumhaft. Shrimpi schlief viel besser. Wahrscheinlich haben wir sie die ganze Zeit aufgeweckt und nicht umgekehrt.

Aber damit mussten wir auch verstärkt Einschlafrituale anwenden. Das Stillen zum Schlafen legen war schon längst abgestellt. Also griffen wir wieder auf Altbewährtes zurück. Geschichte vorlesen und ein Gutenachtlied singen. Und siehe da, im eigenen Zimmer funktionierte das super.

Ja, die ersten vier Abende war es nicht eitle Wonne. Shrimpi quengelte immer wieder und wollte nicht recht einschlafen. Darum mussten wir anfangs das Shrimpi noch beruhigen. Vor dem Zimmer warteten wir ein wenig, bis wir zurückgingen und sie zu beruhigen. Langsam gingen wir immer später ins Zimmer, bis wir schließlich nach zwei Wochen gar nicht mehr zurück mussten. Okay, zum Stillen dann mitten in der Nacht natürlich schon.

Unsere Rituale

Das Schlafengehen beginnt mit Zähneputzen, waschen, wickeln, cremen. Weiter geht es auf der Couch im Shrimpzimmer mit Mama und Papa. Lesen, Singen, kuscheln. Schließlich gibt es dann Bussis und ab gehts ins Bettchen. Ist Shrimpi noch recht munter wird eines von zwei möglichen Mobiles aufgedreht und dann ist Elternzeit angesagt.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe die Zeit die ich mit Shrimpi verbringen darf, aber ich liebe auch die Zeit die sie schläft und Shrimphansi und ich für uns haben. Sogar Pelzibub geht gleichzeitig mit Shrimpi schlafen, also sind wir ganz kinderfrei.

Die Neuheit schlechthin

Seit letzter Woche akzeptiert das kleine Shrimpzesschen auch ein Fläschchen zum Schlafen gehen. Das nuckelt sie jetzt fröhlich während Mama und Papa sie voll quatschen. Und das beste ist: meistens schläft Shrimpi jetzt durch.

Ich habe schon geglaubt das passieret nie. Ich schwör euch, ich hielt alle Mütter für Lügner die behaupteten, dass ihre Kinder durchschliefen. Oder eventuell auch eine Verschwörung, damit wir trotz des Schlafwahnsinns Kinder bekommen und nicht aussterben.

Ja, zugegeben, natürlich war ich neidisch. Wer will nicht ungestört schlafen können. Aber liebe Mütter da draußen, es stimmt wirklich. Kinder schlafen irgendwann durch. Es ist keine Verschwörung oder Lüge, ehrlich! 😉

Rituale sind wichtig

Rituale geben unseren Kindern Sicherheit. Alles Gewohnte und Vertraute schafft Sicherheit. Und genau das ist es was unsere Kinder gut einschlafen und durchschlafen lässt. Natürlich gibt es da noch eine Menge anderer Punkte: Hunger, Gesundheit, Erlebnisse und so weiter. Aber fühlt sich das Kind sicher und geborgen ist schon mal ein gutes Grundgerüst geschaffen. Kinder mögen es wenn von ihnen Erwartetes auch eintritt. Sie erleben dadurch auch Selbstbestimmung. Kinder fühlen sich kompetent in diesen Ritualen. Sie wissen, dass jetzt zähnegeputzt wird und machen dabei auch nach ihren Möglichkeiten mit. Das alles vermittelt ihnen Geborgenheit.

Aufruf

Liebe Eltern, Ohren steif halten und durch. Rituale einführen sobald es für euch passt und immer genau die selben Abläufe am Abend befolgen. Ihr werdet sehen das klappt bestimmt.

Eure Shrimpmama

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