Erziehung | Mamakram

Unsere Kinder brauchen Haustiere

22. Januar 2018

Bekannterweise vervollständigt ja Pelzibub, unser Familienhund, unsere Familie. Und das war eine ganz bewußte Entscheidung. Ich finde nämlich, dass Kinder mit Tieren aufwachsen sollten. Shrimphansi und ich sind beide mit Haustieren, ja, sogar mit Hunden aufgewachsen. Deswegen war es uns ein Anliegen, dass auch unsere Kinder so aufwachsen. 

Shrimphansi und ich wußten schon länger, dass wir Kinder wollen. Und als sich damals eine günstige Gelegenheit ergab, überlegten wir zwar ein bisschen hin und her, aber schnell war klar: wir fahren diese Welpen mal anschauen. Naja, damit war auch klar, dass wir einen nehmen würden.

Erziehung ist alles

Als Pelzibub dann bei uns einzog, dauerte es nicht lange bis er eingeschult wurde. Es war eigentlich noch ein Hundekindergarten, aber mit Training kann man bekanntlich ja nicht früh genug beginnen. Denn eins war uns klar: unser Hund MUSS folgen! Ich liebe Tiere und Hunde, aber ein Hund der nicht abgerichtet ist kann schon nerven.

Also besuchen wir seid nunmehr beinahe drei Jahren wöchentlich die Hundeschule. Und das meist auch gleich zweimal. Außer sie hat wie jetzt gerade Winterpause oder Sommerurlaub. Nicht weil Pelzibub so dumm ist und es nicht kapiert (obwohl man das bei der Bringübung glauben könnte). Nein. Mit einem Hund gehört gearbeitet. Und das ist hundegerechte Arbeit.

Wir trainieren zwar auch zu Hause mit Pelzibub, aber so unter kontrollierten Bedingungen schaut schon mehr dabei heraus. Schließlich ist es schwer sich selbst zu korrigieren, da hilft ein geschulter Blick vom Trainer schon. Dann machen wir auch noch Breitensport mit Pelzibub. Da darf er über Hürden laufen und durch Hindernisse springen. Das macht ihm unglaublich viel Spaß. Die Hundeschule ist also artgerechte Beschäftigung und Training in einem. Pelzibub kann es meist kaum erwarten.

Achtsamer Umgang

Und ich kann nur sagen: Ich war nie glücklicher über einen folgsamen Hund wie jetzt mit Kind. Wir gehen ohne Leine spazieren und es gibt für Pelzibub und mich nichts angenehmeres. Denn Hund an Leine und Kinderwagen oder Kleinkind an der Hand sind wirklich anstrengend.

Da mögen sich jetzt manche von euch aufregen. Aber bei uns ist es in nicht bewohntem Gebiet erlaub, Hunde ohne Leine zu führen und das nehme ich auch wahr. In der Stadt wird er natürlich an die Leine genommen. Aber auch wenn uns jemand bei unseren Spaziergängen entgegen kommt wird Pelzibub gerufen und muss bei Fuß gehen. Denn ich weiß ja nicht, ob sich die anderen Leute fürchten und außerdem kennen sie Pelzibub nicht. Das ist also ein Muss für mich.

Ich mag auch nicht alle Hunde (Besitzer)

Ich kann es nämlich auch gar nicht leiden, wenn uns jemand mit Hund entgegen kommt und sie einfach den Hund auf uns zulaufen lassen. Ohne dass wir sie kennen. Ich weiß ja nicht ob der Hund uns oder Pelzibub was tut. Und abgeschleckt werden kann ich schon gar nicht leiden. Da kann ich gut verstehen, dass viele Leute genervt sind, von Hunden und Hundehaltern.

Das tägliche Chaos

Versteht mich nicht falsch. Auch Pelzibub ist kein Superhund oder wir unfehlbare Hundehalter. Klar hat er seine Flausen im Kopf. Und ich muss ab und an schon zweimal reden. Im Moment erlebt er ohnehin irgendwie seine zweite Pubertät oder so. Aber dennoch folgt er und belästigt niemanden. Es gibt ja nichts nervigeres als Hundehalter die eine von Weiten zurufen: „Der tut nix“. Das nervt mich selbst. Na und? Das heißt ja nicht, dass ich das will oder meiner nix tut. Das können die anderen Hundehalter doch nicht vorab wissen.

Gacki

Zum Hundebesitz gehört es natürlich auch dazu seine Hinterlassenschaften wegzuräumen. Als wir noch in Wien gelebt haben war das ohnehin an der Tagesordnung. Hier am Land nicht ganz so. Aber wenn er es mal nicht in Wald und Feld schafft oder aus einem „Notfall“ heraus einen Spazierweg erwischt wird es natürlich ordnungsgemäß in ein Sackerl verpackt. Ich selbst bin unendlich genervt von all der Hundesch…. am Straßenrand oder sogar auf den Gehwegen. Warum seid ihr lieben Hundebesitzer zu faul das wegzuräumen? Wie kommen andere dazu Gefahr zu laufen da reinzusteigen?

Eine Liebesbeziehung?

Pelzibub und Shrimpi haben eine gespaltene Beziehung. Sie liebt ihn heiß und Pelzibub ist – naja, genervt. Aber er akzeptiert, dass sie zu unseren Rudel gehört und weiß, dass er sie beschützen muss. Kommt ein ihm fremder Hund auf uns zu, stellt er sich meist zwischen Hund und uns. Nur um sicher zu gehen.

Pelzibub weiß auch, dass Shrimpi über ihn in der Rangordnung steht. Seiner Meinung nach zwar nicht viel aber doch. Einen beträchtlichen Teil des Tages verbringe ich damit, hinter Shrimpi herzulaufen und  sie davon abzuhalten Pelzibub in seiner Ruhe zu stören oder ihm gar beim Fressen zu nerven. Ursprünglich wollte ich auch auf strenge Trennung der Spielzeuge achten. Aber ganz ehrlich: es scheint beide nicht zu stören und es ist wirklich mühsam es ihnen zu erklären. 🙂

So lernen beide (schön langsam) aufeinander Rücksicht zu nehmen und den anderen in seinem Freiraum zu respektieren. Shrimpi lernt zusätzlich andere Lebewesen wertzuschätzen und Verantwortung für andere zu übernehmen. Ja, es ist ein langer Prozess. Anfänglich durch Vorbildwirkung lernt sie es von Babyalter an und wächst bestimmt in ihre Rolle als kleines Frauchen hinein. Rücksicht, Verantwortung, Disziplin. Das alles gehört zum Hundehalten bzw. Haustier haben dazu.

Jedes Haustier braucht Beschäftigung

Viele Hundebesitzer scheinen es nicht zu wissen, aber ja, ein Hund muss auch bei Regen und Schnee raus. Und nein, der Garten reicht nicht. Hunde brauchen Bewegung. Alleine ist ihnen im Garten nach wenigen Minuten fad.

Und außerdem gibt es nichts wichtigeres als das „Zeitungslesen“ für Hunde. Penibles abschnüffeln der Umgebung. Pelzibub’s tägliche Arbeitsroutine. Ein gelangweilter Hund ist auch meist ein nerviger Hund.

Der beste Freund

Shrimpi hat in Pelzibub auch einen Freund der später schon mal zuhört, wenn Mama und Papa wieder mal blöd sind oder ein perfekter Spielpartner ist, wenn es gerade langweilig ist.

Wir möchten Pelzibub keine Minute missen. Deshalb ist er bei so ziemlich all unseren Aktivitäten dabei und wird als Familienmitglied angesehen.

Auch wenn das viele nervt. Wir belästigen sie ja nicht mit unserem Hund. Also hoff ich auch, dass diese Leute uns nicht dauernd nerven mit ihren abschätzigen Kommentaren. Ihr werdet nicht glauben wie viele Leute sich bemüßigt fühlen etwas zum Besten zu geben, obwohl ihnen Pelzibub weder zu nahe kommt oder sonst irgendwelche Verfehlungen begeht.

Das kann dann Shrimpi auch gleich lernen. Soziales Miteinander 🙂

Wie seht ihr das? Habt ihr auch Haustiere? Oder seid ihr Haustiergegner (oder -vermeider wie auch immer der politisch korrekte Ausdruck ist)?

Eure Shrimpmama

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