Gebasteltes | Papa am Samstag

Ein Stümper baut ein Vogelhaus

6. Januar 2018

Bereits im Herbst erhielt ich von Shrimpmama den Auftrag unseren Vogerln den Winter ein wenig zu erleichtern. Für meine Frau kam ein gekauftes Vogelhaus nicht in Frage. Da ich natürlich handwerklich unbegabt bin, hatte ich keine Idee wie ich das schaffen kann. Aber so schwer kann das ja nicht sein – oder?

Beschaffung der Zutaten

Wir waren zufällig im Baumarkt und da nutzte ich die Chance um die notwendigen Materialien (zumindest meiner Meinung nach) zu besorgen. Ich stand schon im Holzgang und überlegte, ob ich irgendwie das richtige Holz finden könnte, als Shrimpmama aufgeregt von der anderen Gangseite rief.

„Was machst du da?“

„Holz für dein Vogelhaus besorgen.“

„Nix – Wir fragen ob es Abschnitte gibt!“

Ich ergab mich in mein Schicksal: „Ok!“

Gesagt getan. Die nette Verkäuferin suchte uns vier Brettern aus der Holzmistkiste. Bevor wir den Baumarkt wieder verließen kauften wir noch wasserfesten Holzleim und ein paar Schrauben (sicher ist sicher).

Meine Frau hat dann bei einem Ausflug noch ein altes Birkenbäumchen aufgesammelt. Somit waren zumindest ein paar spartanische Materialien besorgt.

Was mach ich jetzt?

Die Materialien waren besorgt und ich hatte keinen Plan, keine Werkbank und nur sehr spartanisches Werkzeug. Ach ja – und keine Erfahrung in der Arbeit mit Holz. Was macht der Herr in diesem Fall? Richtig. Ich kaufe mir ein Buch. Das „1×1 der Holzbearbeitung“ – oder sowas in der Art.

Ich verstand das Grundlagenbuch als Einkaufsliste. Was brauche ich mindestens um das Holz nicht mit den Fingernägeln bearbeiten zu müssen. So habe ich mir noch ein paar Schraubzwingen (viel zu wenige) und einen Stechbeitel (viel zu scharf) besorgt.

Dann vergingen die Monate…

Wie mach ich jetzt?

Ich hatte zwar alle Zutaten beisammen, aber wie ich daraus ein Vogelhaus baue war mir schleierhaft. Zuhause habe ich auch schnell gemerkt, dass mit vier kleinen Holzteilen keine hohe Flexibilität besteht. So habe ich ein paar Ideen im Kopf hin- und hergeschoben bis letztendlich zu Neujahr ein (meiner Vorstellung nach) belastbares Konzept fertig war.

Ein paar Wochen zuvor habe ich auch eine provisorische Werkbank eingerichtet. So wie man es halt macht. Der ausrangierten Esstisch aus unserer ersten Wohnung wurde aufgebaut und ein Werkzeug-an-die-Wand-häng-System wurde – naja – an die Wand geschraubt. Ich war nun stolzer Besitzer einer Werkbank mit Glasplatte.

Das Konzept

Da die Holzplatten zumindest alle die gleiche Breite hatten (wenigstens was) konnte ich mit zwei Stücken ein Dach machen und aus dem längsten Stück den Boden. Praktischerweise hatte der Birkenstamm eine Astgabelung am oberen Ende. So war der Plan das Dach auf die zurechtgestutzten Äste zu schrauben.

Der Boden war da schon schwieriger. Ich habe mich für ein Loch in der Mitte entschieden. Die Platte wird dann halbiert und irgendwie am Stamm befestigt. So weit so gut, nachdem ich alles eine gute halbe Stunde betrachtet hatte, fing ich mit dem Dach an.

Vorausgedacht

Es freute mich sehr, dass ich mit einer einfachen Arbeit beginnen konnte. Die beiden Dachteile wurden miteinander verleimt und mittels Schraubzwingen fixiert. Das ganze habe ich über Nacht so gelassen.

Stammarbeiten

Um den Boden an den Stamm zu bekommen musste ich den Stamm in Brettstärke verjüngen, damit eine guter Selbsthalt ermöglicht wird. Der Stamm war aber nicht gerade, deswegen habe ich mittels Nivellierlaser die waagrechte ermittelt.

Dann wurde auf der gewünschten Höhe der Stamm mit dem Stechbeitel bearbeitet. Hochprofessionell habe ich dann mit einem 22er Schraubenschlüssel kontrolliert, ob die Verjüngung gleichmäßig ist. Der Vorgang war abgeschlossen, als ich den Schraubenschlüssel herumdrehen konnte.

Geteiltes Brett sind halbe Bretter

Als nächstes musste ich den Füllstoff für die bereitete Verjüngung zimmern. Ich habe ein 22er Loch in der Mitte der Brettes angezeichnet. Dann wurde mit mehreren Bohrvorgängen das Loch vorgebohrt. Einen 22er Lochbohrer hatte ich leider nicht. Dann wurde das Brett mittels Kreissäge mittig halbiert.

Der Stechbeitel fand wieder seinen Einsatz um das Loch etwas abzurunden. Bei der ersten Anprobe habe ich herausgefunden, dass die Kreissäge etwas vom Durchmesser nimmt. Also habe ich mit mehreren Schritten das Loch auf den (halbwegs) passenden Durchmesser erweitert.

Boden legen

Mittels Leim und den Spannzwingen wurden dann die beiden Bodenteile auf dem Stamm gezwungen. Der Leim konnte wieder über Nacht aushärten.

In der Zwischenzeit  habe ich noch das vierte Teil als Rückwand berücksichtigt.

Dachdeckerei

Zum Schluß habe ich noch die Astgabel passend abgeschnitten und mittels Winkelschleifer auf die richtige Länge und den richtigen Winkel geschliffen. Als die Astgabel auf den Dach auflag und die Rückwand satt auf dem Boden lag, wurde der letzte Schritt angegangen.

Die Rückwand habe ich am Boden festgeleimt und wieder mit den Schraubzwingen fixiert. Davor habe ich noch die Löcher für die Astschrauben angezeichnet und vorgebohrt. Dann wurde das Ganze verschraubt und wieder über Nacht getrocknet.

Als letztletzten Schritt habe ich noch, aus Resten des von Shrimpmama zu Weihnachten gebastelten Tippizeltes, Stützpfeiler eingeleimt.

Gartenzeit

Mittels Erdanker einer Wäschespinne habe ich dann das Vogelhaus im Garten aufgestellt. Die Vöglein können kommen (Sobald Shrimpmama die Vogelbällchen besorgt – das ist nicht meine Aufgabe).

Habt ihr Ideen wie ich die einzelnen Schritte besser ausführen hätte können? Dann lasst es mich bitte wissen. Ich hab ja keine große Hoffnung, dass die Vogelhütte länger als eine Saison übersteht.

LG,

Euer Shrimphansi.

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