Mamakram

Hilfe, wir haben ein Kleinkind!

1. Januar 2018

Ich habe euch ja schon öfter über unser Leben mit Baby berichtet. Tja, vorbei die Zeit. Shrimpi ist eindeutig kein Baby mehr. Sie ist ein Jahr und läuft herum wie es ihr gefällt und wir können sie nicht aufhalten. Hilfe, wir haben ein Kleinkind!

Böse Gerüchte

Ich wollte es Bekannten anfänglich nicht glauben als ich gewarnt wurde: „ Zwischen ein und drei Jahren sind sie am anstrengendsten.“ mit dem erleichternden Zusatz: „Ab zwei wird’s aber wieder besser.“ Das wollte ich natürlich nicht recht glauben. Schließlich werden sie ja selbstständiger, also wird’s auch leichter, oder?

Naja, eins ist gleich geblieben. Ich geh immer noch wie eine Verrückte durch unseren Ort. Singe oder plapper dabei unheimlich vor mich hin und hebe ab und zu Steine, Erdbroken oder Bälle auf um sie Pelzibub zu werfen.

Der Schwierigkeitsgrad hat sich allerdings erhöht. Zusätzlich schiebe ich jetzt mit einer Hand den Buggy und versuche mit der anderen Shrimpi davon anzuhalten sich in den Straßengraben zu stürzten. Aber natürlich gibt es auch reichlich Abwechslung. Manchmal lenke ich sie auch von Hundegacki ab oder gehe gebückt wie der Glöckner von Notre Dame, weil Shrimpi mir die Hand geben will. Aber alles in allem ist es beim Alten geblieben. Ich bin für alle Nachbarn immer ein guter Lacher.

Danke, Shrimpi

Waren wir in der Babyzeit noch ein Chaostrupp kommen wir jetzt einer Naturkatastrophe gleich.

Fallen wir wo ein, bleibt kein Stein auf dem anderen. Shrimpi erkundet sofort alles und dekoriert um. Egal wo wir sind. Pelzibub begutachtet das dann natürlich immer genauestens und trägt bei Bedarf auch mal was weg. Und ich? Ich laufe hinter den Beiden her. Versuche zu retten was zu retten ist und stecke mir ständig Essen in den Mund das Shrimpi angeknabbert hat und zurück legen wollte. Oder, ich gebe es zu, auf den Boden hat fallen lassen. Ich glaube, ich habe locker zwei Kilo der drei Weihnachtskilos Shrimpi zu verdanken… und all den braven Keksbäckern natürlich.

Ach ja. Nicht zu vergessen. Shrimpi soll ja auch reden lernen. Also verbalisiere ich auch sämtliche Handlungen und Gegenstände die Shrimpi anvisiert. Also bin ich für andere wahrscheinlich gar nicht nervig. 😜

Leichtes Gepäck

Auch die Wickeltasche wird allmählich leichter. Oder etwa doch nicht? Ich brauche zwar kaum noch Gewand zum Wechseln mit oder Sabberlätzchen, aber dafür hat sich was anderes gefunden. Wo noch vor einigen Monaten eine einzelne Babyrassel für unterwegs gereicht hat, befinden sich nun singende Traktoren, bunte Bausteine und ganz wichtig, das Babysmartphone. Immer dabei.

Das Essen

Eindeutig! Mit dem Essen ist es nun viel leichter. Nicht dauernd stillen, keine Breizubereitung. Shrimpi isst einfach bei der Familienkost mit. Und das tut sie sehr gerne. Vor allem alleine. Zuerst wird stets ein Angriff mit der Gabel gestartet, bis Shrimpi der Geduldsfaden reißt. Dann wir dem Essen mit den Händen zu Leibe gerückt. Aber Shrimpi ist nicht gierig. Natürlich teilt sie ihr Essen nur zu gerne mit Pelzibub. Und der erklärt sich auch meist bereit das Gereichte zu verspeisen. Dies gilt allerdings nur für Fleisch. Alles andere wir fein säuberlich zur Seite gespuckt. Shrimpi kennt den Unterschied leider noch nicht und reicht ihm so ziemlich alles was sie isst. Also darf Mama nach jeder Fütterung zusammenkehren. Ich habe ja die Vermutung, dass die zwei glauben das sei mein Hobby.

Eine indische Göttin müsste man sein

Irgendwie hab ich das Gefühl ständig zu wenig Hände zu haben. Soweit ja nichts Neues. Shrimphansi unterstützt mich ja immer abends und am Wochenende nach vollen Kräften. Nur leider kommt er meist gleich mit Sätzen wie: „Puh, mir schwirrt der Kopf“ oder „ich brauche dringend eine Pause“. Zum Glück hat er aber stets genug Kraft um das Abendessen zu verspeisen und den Computer zu beschäftigen. Wir wollen doch nicht, dass dem Computer langweilig wird.

Aber im Ernst. Ich bin keine Helikoptermom, sondern eine Oktopusmom. Eine Mama mit acht Armen. So komm ich mir zumindest meistens vor. Aber das macht mir nichts. Dafür ist es unglaublich toll Shrimpi beim entdecken der Welt zu beobachten und zu helfen. Jeden Tag ein neues Abenteuer. Herrlich.😊

Und als Ausgleich, sozusagen, gönn ich mir, während Shrimpi selig schläft und Pelzibub mit dicken Wanst herum kugelt und längst genug vom Balliwerfen und Knackwurst hat, eine warme Chai-Latte. Meine kleine Mamaauszeit in der neben mir Papa verhungert oder Pelzibub die traurigsten Hundeaugen der Welt machen könnte. Davon lass ich mich nicht abbringen.

Zum krönenden Abschluss des Tages räum ich dann noch schnell das Bausteinminenfeld weg. Entferne letzte Essenreste von Möbeln und den einst so hübsch dunklen Holzboden. Und richte schon mal Stoffwindeln und Kleidung für Shrimpis nächsten Tag her. Denn wenn Papa die Morgenschicht übernimmt, will ich keine farblichen Überraschungen erleben. Und das Ganze natürlich am Weg ins Schlafzimmer. Einfach nur schlafen gehen kann ja jeder.😄

Ihr seht, irgendwie hat sich alles geändert. Im Grunde allerdings nichts. Mama hetzt rund um oder hinter Shrimpi und Pelzibub her und Papa behält den Überlick und gibt Hinweise. Mit einem gewissen Sicherheitsabstand. 😉

Ich halt euch auf den Laufenden. Falls ich nicht mal mit verknoteten Armen irgendwo fest sitze, weil ich doch zu viel auf einmal machen wollte.

Eure Shrimpmama

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