Papa am Samstag

Feinspitz und Kleinspitz – oder: Unsere kulinarische Erziehung

16. Dezember 2017

Diese Woche hab ich mir nach einem harten Arbeitstag (das muss ich behaupten, da es gut fürs Ego ist), einen Striezel mit Nutella gegönnt. Kaum hatte ich mich hingesetzt und die Plastikfolie beim Auspacken, „Achtung! Achtung! Hier wird gleich gegessen!“, geschrien hat, wurde ich schon von allen Seiten belagert.

Links der Shrimp, rechts der Pelzibub und vor mir Shrimpmama. Irgendwer scheint hier von irgendwem konditioniert zu werden.

Gib mir more Huhn

Schon unser Pelzibub lernte früh, dass es kulinarisch auch andere Dinge als Trockenfutter gibt. Zwar durfte er nicht direkt bei uns mitessen, war aber prinzipiell für die Resteverwertung zuständig. In seinen Babyjahren fraß er auch gerne Gemüse (sofern es kein für Hunde unverträgliches Todesgemüse war).

Das änderte sich aber. Schnell lernte der Allerfellste, dass er mit Tricks so einige Leckerchen ergattern konnte. Bei einem Abendmahl im Bett wollte der Babypelzibub auch ein Stück von unserem Osterstriezel bzw. Osterzopf ergattern, welcher in angenehmer Höhe am Nachtkästchen ruhte.

Plan B

Doch leider war das Frauchen zu streng, so wurde Plan B ausgeheckt. Schnell sprang das Hündchen rund um das Bett und begrüßte Herrchen auf der anderen Bettseite. Nach der Begrüßung sprang dieser Schelm unter das Bett und kroch kaum hörbar, mit lautem Gepolter auf die andere Seite. Dort angekommen wollte er von unten an den Striezel gelangen.

Leider passte Frauchen auch hier auf…

Plan C

Der dritte Anlauf klappte dann doch. Denn das dumme Herrchen vergaß passenderweise am Morgen das leckere Ding zu versorgen. Am Abend konnte ich dann die Reste dann wirklich „versorgen“. Mittlerweile mag unser Hundesohn zwar keinen Striezel mehr, aber das Rascheln weckt dann doch seine Neugier.

So ging es dann auch weiter. Zu besonderen Anlässen bekam er natürlich immer besondere Leckereien. Eine Knackwurst für ein gutes Training, eine Portion Faschiertes zum Geburtstag oder den obligatorischen Markknochen nachdem eine Suppe gekocht wurde.

Der Erzug der Großeltern

Auch Omafrauchen und Opaherrchen durften sich manchmal um das Hündchen kümmern. In diesem Fall musste unser Pelzibub Schwerarbeit leisten. Egal auf welcher Seite der Familie. Da wurde gelernt, dass man eine Knackwurst nicht selber beißen muss, denn diese wurde auf Verlangen in kleine Stückchen geschnitten.

Auch wenn man lange genug die Knackwurst nicht anrührt kommt dann was noch besseres (Die Knackwurst bleibt dann als Nachspeise). Aber nicht nur der Pelzibub lernt. Seitdem unser Terrorshrimp fleissig bei uns mitisst, wird strengstens beobachtet was Mama und Papa da zu sich nehmen. Und wenn nicht gekostet werden darf gibts Ärger.

Hey! Was isst du da?

Sobald wir uns etwas in den Mund stecken kommt der kleine Laufshrimp schon angekrabbelt oder angewankt. Interessiert schaut sie dann auf die Leckereien und zeigt mit einem erfreuten „Oi!“, dass sie Interesse an dieser Speise hat.

Wenn es dann keine Kostprobe gibt wird das kleine Fräulein gleich undamenhaft. Aber wenn es dann doch was zum Kosten gibt wird ein wohlschmeckendes Stück mit einer erstaunten Variante des Oi-s quittiert. Etwas Ungutes wird einfach ausgespuckt. Wie wir mit zu gutem Essen umgehen hat ja schon Shrimpmama verraten.

Im Shrimpeffekt

Vor mir steht das noch beinahe unangetastete Nutellaglas (ein komisches Wort) und es gibt nichts mehr, warauf ich es streichen könnte (Naja, vielleicht auf einen Löffel). Der Rosinenzopf ist nach einem Arbeitstag einfach verschwunden. Shrimpi konnte auch mit Leichtigkeit den Striezel auspacken.

Also, auch wenn wir nicht immer ein Vorbild sein können, sollten wir trotzdem versuchen „schlechte“ Angewohnheiten einzuschränken. Die Kleinen merken sofort jede Schwäche und nutzen diese aus. Und schon hat der Nachwuchs die gleichen schlechten Angewohnheiten wie wir selbst. Aber von nix kommt nix 🙂

LG,
Euer Shrimphansi

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