Papa am Samstag

Papa in Karenz?

25. November 2017

Für mich war es nie eine Frage ob ich in Karenz gehe oder nicht. Als Mann kann man ja maximal als Beamter in Karenz gehen. Als es dann bei uns soweit war, musste ich mir überlegen ob das überhaupt geht.

Erfahrungen

Seit meinem Eintritt in das Arbeitsleben hatte ich wenig Kontakt mit der Väterkarenz im beruflichen Umfeld. Niemand meiner männlichen Kollegen oder im erweiterten Umfeld der Kunden, Partner und Lieferanten ging in Karenz. Mütter hingegen schieden selbstverständlich vorübergehend aus (muss ja so sein). In den letzten Jahren merkte ich aber eine Veränderung, denn es gingen vereinzelt Väter in Karenz.

Das war zwar schön und gut, dass andere in Karenz gehen. Aber konnte ich das eigentlich auch machen? Shrimpmama war eindeutig der Meinung. „Die Zeit kann man schließlich nicht nachholen“ (diese Aussage ist zwar abgedroschen und trivial, aber trotzdem nicht minder wahr). So musste ich mir überlegen ob ich mir erlauben konnte in Karenz zu gehen.

Überlegungen

Ja, richtig. Erlauben ist das richtige Wort. Denn Mann hat ja die Anstellung, damit eine gewisse Arbeit verrichtet wird. Bei Frauen ist es halt dumm, wenn so ein Baby der Karriere in den Weg kommt. Da kann man halt nix machen, denn die Mama passt schließlich am besten auf die Nachkommen auf. Das stimmt zwar, aber wir Väter sind trotzdem mitunter im Stande das Kleine am Leben zu halten. Ich denke es ist einfach bequem sich auf die Natur auszureden.

Trotzdem hat man im Hinterkopf, dass man als Mann die Pflicht hat die Firma und die Kollegen nicht im Stich zu lassen. Das stimmt zwar, dass dein fehlender Kopf eine Belastung für Kollegen ist, aber das ist auch im Falle der Mutter nicht anders. Aber auch alle Überlegungen dieser Art helfen nicht bei einer Entscheidung ob man selbst nun in Karenz gehen soll/kann oder nicht. Natürlich ist die Angst da: Man geht in Karenz und alle denken, dass der Kerl die Kollegen und die Firma in Stich lässt.

Ich denke aber, dass es oft ein Konstrukt im eigenen Kopf ist. Man interpretiert also mehr in die Sache hinein. Auch als einer meiner Kollegen in Karenz ging fand ich selbst die Idee gut. Und ein paar Monate kann man im Normalfall auch mit einem geschwächten Team vorankommen.

Entscheidung

Für mich war es wichtig eine gute Mischung zu finden. Also ich wollte natürlich ausgedehnte Zeit mit meinem Shrimpi verbringen, aber auch nicht zu lange fortbleiben. Denn was hilft es einem selbst wenn man Freizeit mit seiner Familie hat, aber im Gegenzug ständig vom schlechten Gewissen geplagt wird (egal ob es unbegründet ist oder nicht – ich kann das nur bedingt beeinflussen).

Nachdem ich einige Zeit darüber geschlafen habe, hab ich mich für eine Auszeit von zwei Monaten im Herbst entschieden. Meinen Bericht wie es mir/uns in der Karenz ergangen ist, findet ihr hier.

LG,
euer Shrimphansi

Teile diesen Beitrag:
  1. Absolut toll, dass die Entscheidung zur Väterkarenz so gefallen ist! 🙂 Diese Bedenken und Überlegungen kann ich absolut nachvollziehen. War bei mir genauso. Aber es lohnt sich definitiv und ja, der immer gleiche Spruch „Die Zeit kann man schließlich nicht nachholen“ stimmt einfach genau so. Diese gemeinsame Zeit ist unheimlich wertvoll.

    Hoffentlich konntet ihr die Zeit auch so genießen. Bin schon sehr gespannt auf den nächsten Bericht!

    LG Bernhard
    papazuhause.at

    1. Hallo Bernhard.

      Vielen Dank! Ich nehme an, dass du dich auch für die Karenz entschieden hast. Warst du schon oder gehst du noch (Der Spruch kommt mir irgendwie bekannt vor… egal).

      LG,
      Robert

      P.S.: Meinen Folgebericht gibts bereits (habs nun auch aktualisiert). Ach ich bin einfach zu langsam 🙂

      1. Genau, hab mich auch dafür entschieden und war von Februar bis Ende November in Karenz. Bleib aber weiterhin zu Hause und hab mich daher selbständig gemacht.

        Sehr gut, dann freu ich mich schon den Folgebericht zu lesen. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: