Papa am Samstag

Walther Baby-K – oder: Waffenschein für Baby

5. August 2017

Ein Baby assoziiert man ja nicht direkt mit Gefahr. Naja, für das Kleine vielleicht. Aber durch? Im Allgemeinen sehen diese Shrimps nicht sonderlich gefährlich aus (Von dem Katzenbaby im Titelbild mal abgesehen). Auch scharfe Kanten haben sie nicht. Lediglich bei einem Zippverschluss (Pyjama zum Beispiel) könnte man sich beim Multitasking einzwicken. Diesem allgemeinen Irrglauben (meiner Erfahrung nach) möchte ich heute auf den Grund gehen.

Baby C Angriff

Kurz möchte ich vorab erwähnen, dass es sich in den ersten Wochen wirklich dem Irrglauben nach verhält. Das Baby ist noch hochgradig schutzbedürftig und selbst wenn es einem einmal runterfällt kann auch der schwächsten Zehe kein Unheil passieren. Aber – schon am Anfang starten die ersten, wenngleich harmloseren Gefahren.

Es beginnt beim Wickeln. Das erste Mal noch durch die Hebamme stimuliert, freut man sich über das hervorgetretene Mekonium. Die nächsten Male wieder, wenn der nun echte Stuhl und Babyurin vortritt, auch noch. Wehe aber, wenn beim Wickeln die Routine einkehrt und man sich zuviel Zeit nimmt um die neue Windel unterzulegen. Meist dann geht die chemische Bombe hoch. Sei es durch verschmierten Kot, oder durch fontänenhaften Austritt des Babylulus (Fachterminus für Urin).

Doch so ein Baby bringt nicht nur geruchs- und putzintensive Belastungen mit sich.

Süßes Gift

Man könnte denken ein so süßes, liebes, entzückendes, knuffiges,… (blablabla – Baby halt) Ding kann keinem Menschen etwas zu Leibe. Hahaa! Eben das ist ja die Crux an der Sache. Unsere Sprösslinge gaukeln einem ein so ungefährliches und belohnendes Gemüht vor, dass man als (normalerweise mündiger) Erwachsener sämtliche Vorsicht über den Haufen wirft und waghalsige Situationen eingeht.

Schon der morgendliche Kaffe wird zur zum Spießruten- (naja) Gelage. Unser Shrimpi liegt auf den angewinkelten Knien und die Eltern genießen den morgendlichen Trunk. Ein gezielter Tritt ist alles was notwendig ist. Der Kaffe schwappt über und das heiße Getränk landet auf der Haut, oder auf dem frischen Hemd. Beides ist schmerzhaft. Bei der Hemdvariante wird der Morgen noch zur Minimodenschau.

Auch bunte oder gemusterte Gläser sollten vermieden werden. Denn auch diese sind schnell um- oder vom Tisch gestoßen. Diese Fälle passieren natürlich wie gesagt wenn man unachtsam wird und diese Strampelmarie zu nah an zerbrechliche Dinge bringt.

Apropos zerbrechliche Dinge

Wenn der erste Schreck vorbei ist und die Spuren der Verwüstung beseitigt wurden, sucht man als Eltern auch wieder die Nähe zu seinem Kind. Aber ich warne euch. Niemals die Wachsamkeit verlieren. Zugegeben – es gibt wenig Schöneres, als wenn die Tochter auf der Brust schläft. Wenn dann der ein oder andere Seufzer dem Baby entweicht geht einem das Herz auf.

Bis der Schlaf aber einsetzt herrscht eine Gefahr für die ungeborenen Geschwister. Schön wenn der Shrimp langsam lebhafter wird und gezielt greift und herumstrampelt. Und so geschieht es (leider viel zu oft) das die Familienjuwelen darunter leiden müssen.

Und dann sind da noch die Zähne. Ein beherzter Biss in den Finger, oder in die Nase sind da schon schmerzhaft. Aber es kann auch schlimmer kommen. Gestern zum Beispiel. Ich sitze unbedarft (so wie ich eben bin) vorm Computer, als ich einen markerschütternden Schmerzensschrei aus dem ersten Stockwerk höre.

”Schatz!”, ja ich kann auch mal nett sein, ”Was ist passiert? Hast du dich verletzt?!?”

”Das Biest hat mir in den Nippel gebissen!”

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