Mamakram

Ein gemütliches Essen mit Freunden

21. August 2017

Schon in Vorshrimpzeiten waren wir ein geselliges Völkchen. Gerne luden wir Freunde zum Essen, grillen und feiern ein oder suchten desgleichen heim und machten uns erst spät wieder auf den Weg heim. Das waren immer nette Besuche und Feiern. Es wurde gelacht, getratscht und unanständige Witze gerissen. Aber mit Shrimp ist irgendwie alles anders….

Die Einladung zum Essen

Neulich hatten wir wieder einige Freunde zum Grillen eingeladen. Da wir natürlich, und zum Glück, nicht die Einzigen sind mit einen kleinen Sonnenschein, kam auch unser Besuch mir Kindern. Das heißt, sechs Erwachsene und drei Kinder. Und Pelzibub natürlich. Klingt nett und entspannend oder?

Der Grill wurde angeworfen, Teller, Gabeln und Messer vom schön gedeckten Tisch gleich in Sicherheit gebracht und Wasser und Limonaden ausgeschenkt. Da war er schon. Der erste große Unterschied zum Leben ohne Kind. Kein edles Anstoßen mit feinen Sektgläsern und zum Tisch bitten. Nein, an das war nicht zu denken. Kam mir aber auch irgendwie gar nicht in den Sinn. Die zuckersüßen Gesichter, Händchen und Füßchen der zahlreichen Shrimpis waren eine viel zu große Ablenkung.

Auch die Gesprächsthemen hatten sich merklich geändert. Weg von Geplaudere über Freunde hinzu….okay, nein. Ist doch gleich. Nur das der Schwerpunkt, weg von, „Hast du gehört was XY gemacht und gekauft haben?“ hin zu hast du gesehen wie die ihr Kind erziehen? Also im wesentlichen das Gleiche;)

Ausgleichende Gerechtigkeit

Auch Shrimppapas Part am Griller wurde nicht wie üblich, übertrieben bestaunt und mit Lobeshymnen besungen. Klar, nur weil Mann das Fleisch am Grillen legt, nachdem Frau Saucen zubereitet, die besten Fleischstücke ausgesucht und einen Tag zuvor einmariniert hat, das Haus wieder ansehnlich gemacht und Salate und Beilagen gezaubert hat und das alles mit einer Hand, weil auf der anderen ja Shrimpi saß…nein. Klar. Absolut sein Verdienst :/ Naja, wenigstens hat sich das auch aufgehört. Gleiche Ignoranz für alle sozusagen 🙂

Edles dinieren?

Und als wir so beim Essen saßen, der ein oder andere Shrimp an Mamas Milchbar hing, die anderen schreiend und laufend um den Tisch sausten und die Stimmen der Eltern immer lauter wurden, so das man wenigsten ein paar Worte hören konnte, blickte ich mich um und wurde traurig. Vorbei die Zeiten der edlen Dinners, mit Kerzenschein und klassischer Musik.

Nein. Das war nur ein Späßchen, das haben wir ohnehin nie geschafft. Aber mit Shrimpi ist es doch merklich anders. Die Lautstärke vervielfacht sich, obwohl wir ohnehin schon laute Personen sind. Und es herrscht ein Gewusel wie auf einen Ameisenhaufen. Der eine holt Essen, der andere spielt mit einem kleinen Menschlein und ein weiterer rennt hektisch herum und versucht alle pontentiellen Gefahren aus den Weg zu schaffen. Der Rest des Haufens versucht noch lauthals die Überreste der Vergangenheit aufrecht zu erhalten und eine halbwegs passables Gespräch mit anderen Erwachsen zu führen. Was dann meist doch scheitert und die Minimenschen quietschen und johlen vergnügt herum.

Nicht zu vergessen, auch direkt während des Essens geht es rund. Klar, wenn die Kleinen endlich laufen können wollen sie das auch die ganze Zeit tun. Essen wird klein geschnitten und nein, nicht nur das von den Kindern. Als ich mir gerade ein Stück Halloumi mühselig abgetrennt hatte (natürlich nur mit Gabeln, die Messer waren ja verräumt und außerdem hatte ich eh wiedermal nur eine Hand zur Verfügung) schoß schon eine aufmerksame Mami zu mir und zerteilte mein Essen. Da staunte ich nicht schlecht, das hatte schon Jahrzehnte niemand mehr für mich gemacht. Aber wenn der Mamimodus an ist, ist er eben nicht zu bremsen😄

Pelzibub tut meist das übrige dazu und wirft jeden Gast abwechselnd ein Spielzeug auf den Schoß oder wenn er garnicht beachtet wird, landet es auch schon mal am Tisch.

Resümee

Ja, das Ganze ist ein riesiges Chaos und am Ende gleicht das Wohnzimmer eher einem Schlachtfeld. Aber anstatt daran zu verzweifeln oder alten Zeiten hinterher zu trauern, freue ich mich nur darüber, dass ich endlich wieder mit Erwachsen sprechen konnte. Seien wir ehrlich, ich bin froh keine Freunde ohne Kind zu diesen Chaos dazu eingeladen zu haben, denn die hätte ich sonst nie wieder gesehen 😉

Aber um es noch mal klar zu machen, ich würde für nichts in der Welt tauschen. Alles hat seine Zeit und jetzt ist eben Shrimpzeit und Familienchaos, welche Mami liebt das nicht….meistens zumindest😄

Naja, irgendwann wird’s bestimmt leichter😂

Eure Shrimpmama

  1. Kommt mir sehr bekannt vor! Ich versuche verzweifelt auch beim Familientisch a bissl a Essenskultur zu wahren, aber irgendwie ist das leichter gesagt als getan. Allein mit zwei kleinen Wilden am Tisch, müsste man Krake mit 20 Armen sein. Sogar zu zweit ist es mitunter ein Unterfangen, das Essen und die Kinder am Tisch bzw. auf den Sessel zu halten. Kabelbinder wären eine Lösung, aber ich glaub dann essen wir in Zukunft getrennt und aus Blechgeschirr! Es wird wieder anders … hört man zumindest! In diesem Sinne – Mahlzeit! 😉

  2. Sehr gute Schilderung eines solchen Chaos! Da hätten kinderlose Freunde vermutlich wirklich das Weite gesucht. 😀

    Wie gern würde ich wieder mal grillen können! Liegt allerdings weniger am Baby, als an der neuen Wohnung. Aber wie du schon richtig schreibst, alles hat seine Zeit.

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