Erziehung | Mamakram

Warum ich noch immer stille und es noch eine Zeit lang tun werde

31. Juli 2017

Shrimpi ist jetzt schon siebeneinhalb Monate und wie ihr schon öfter lesen konntet haben wir im fünften Monat auch brav mit Brei begonnen. Mal erfolgreich, mal weniger. Aber jedes Monat wurde Mahlzeit aus Mamas Milchbar mit Brei ersetzt. Mittlerweile sind wir sogar schon beim Abendbrei angelangt. Theoretisch zumindest. Denn an den guten Tagen lässt es Shrimpi sich gefallen an den hellen Tagesstunden Brei zu essen und nur in den dunklen an die Bar zu kommen. Aber das muss auch so sein. Wenn ich mir nur erlaube bei der letzten Fütterung mich ihr mit einem Lätzchen zu nähern ist die Panik in ihren Äuglein zu sehen. Prompt wird gestrampelt und je näher das Todesfutter kommt desto lauter wird gebrüllt. Und ja, Shrimps können richtig brüllen. Ein bisschen wie ein Gremlin, nur das hier die Regel heißt: vor dem Schlafengehen mit Milch naß machen und unter keinen Umständen ihr Brei geben.

Die Anfänge

Von Beginn an wurde Terrorshrimpi nach Bedarf gefüttert. Wenngleich sich die letzten Monate natürlich ein sehr präziser Rhythmus eingeschlichen hat. Sehr praktisch, wirklich. Ich liebe Planbarkeit. Das Konzept kommt bei Kindern ohnehin zu kurz. Naja, was allerdings so gar nicht nach Plan läuft ist das Abstillen. Bevor ich Mutter eines Terrorshrimpis wurde war mir klar, mit sechs Monaten ist die Kleine bereits abgestillt. Schön blauäugig von mir. Ja, ich war auch eine der Frauen die es komisch fanden wenn man Kinder länger stillt. Ich stellte es mir sogar etwas ekelig vor. Und natürlich schmerzhaft, weil ja meist dann schon Zähnchen da sind.

Natürlich hat mir Shrimpi da wieder mal einen Strich durch die Rechnung gemacht. Geht es dem Shrimpi nicht gut, braucht sie auch tagsüber nach einigen Breimahlzeiten Mamas Homebrewed. Und was mach ich? Ich probier es mit Brei bis sie anfängt ihn zu verweigern. Und dann gibt es eben die ersehnte Milch für Shrimpi. Natürlich mit etwas Abstand, aber doch.

Was soll ich tun?

Das Shrimpi brüllen lassen kommt für mich nicht in Frage. Für längere Zeit zumindest. Kurzzeitig  ist es für mich kein Problem, das hör ich schon fast nicht mehr😄. Weiter Brei rein zwingen ist für mich auch keine Option. Warum etwas aufzwingen was sie partout nicht will. Sie ist schließlich ein kleines Menschlein mit Rechten, also warum auf Biegen und Brechen sie zu etwas zwingen.

Die Lösung

Naja und damit habe ich mir auch schon meine Antwort selbst gegeben. Ich möchte sie nicht zwingen, aber begleiten. Und das heißt für mich, dass ich ihr das Essen bereit stelle und sie natürlich dazu anhalte Brei zu essen. Auch wenn es manchmal nur ein paar Löffelchen sind. Egal. Am nächsten Tag sind es dafür wieder mehr.

Shrimpi ist auch eine wehemente Schnullerhaßerin. Kaum wanderte er in den Mund, landet er auch schon wieder am Boden. Stört mich nicht, ein Ding weniger was ich ihr abgewöhnen muss. Nur heißt das auch, dass sie meine Nippel als Ersatz benutzt. Also gilt, ein Aua: „Ich brauch Busen“, Hunger: „Busen“, unerklärliches Zahnaua: „Busen“, Bauchaua: „Her mit“, na wisst ihr’s? Richtig, „Busen“.

Aber zum Glück ist das nicht ständig der Fall und so sind wir an den schlechten Tagen bei 1-3 Milchmahlzeitdn tagsüber. Ich finde das ist vertretbar. Zumindest für mich. Naja…und so stille ich Shrimpi eben noch immer. Nicht mehr voll, aber sehr bedarfsorientiert, wie das so schön heißt. Und wider erwarten, stört es mich gar nicht. Ja, manchmal schon, weil ich nicht alles essen kann was ich will. Aber im Großen und Ganzen ist es okay für mich. Auch das mit den Zähnen ist nicht so schlimm wie gedacht. Okay, zugegeben. Ich würde schon gebissen von diesem kleinen Vampir. Aber zum Glück kommt das selten vor. Natürlich will ich noch immer ganz abstillen und das sobald wie möglich. Aber jetzt ist es eben für uns noch nicht ganz möglich. So richtig lange stillen kommt für mich jedoch nicht in Frage. Ich denke es gibt in unserer Gesellschaft auch keine Notwendigkeit dafür. Meiner Meinung nach zumindest, aber das soll natürlich jeder für sich und sein Kind entscheiden. Aber mal sehen wie ich in einem halben Jahr dazu stehe😄

Was meint ihr dazu? Wie habt ihr abgestillt oder bevorzugt ihr Langzeitstillen?

Bin gespannt auf eure Erfahrungen und Gedanken dazu.

Eure Shrimpmama

Teile diesen Beitrag:
  1. Läuft bei uns ähnlich und Lilly ist schon fast 9 Monate. Kinder sind halt Individuen, was will man machen. Die einen nehmen mit 5 Monaten den Brei dankend an, die anderen halt nicht. Auch ok. Irgendwann essen sie alle, davon bin ich überzeugt. Milch soll doch das ganze erste Jahr gegeben werden, also wozu der Stress?! Wobei Abstillen auch ganz oben auf meiner To-Do-Liste steht 😅. LG Jana

    1. Ja. Ich glaube die feste Nahrung wird der Renner bei Shrimpi werden. Aber auch wenn ich wo Mango dazu mische wird gelöffelt was das Zeug hält 😄

  2. Bei uns auch. Länger. Das Kind wird bald 4 … Jahre.😀 und ja es ernährt und benimmt sich ansonsten ganz normal wie andere fast 4-jährige kinder und ja es hat schon länger alle Zähne. Und ja, es kommt auch locker einen ganzen Tag ohne Milch aus. Aber wenn Mama da ist, dann ist kuscheln und „Brust trinken auf dem Sofa“ einfach soooo gemütlich 😉

  3. Ich selbst konnte aus verschiedenen Gründen beide Male nicht lange stillen, aber kenne es von vielen Bekannten und Freundinnen, dass sie auch länger gestillt haben. Finde ich absolut okay, solange es für euch beide passt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.