Papa am Samstag | Rezepte

Matrosenkuchen – oder: Wie heißen Marillen in Deutschland

29. Juli 2017

Leider erst zu Ende der Marillenzeit konnte ich mein Rezept für meinen liebsten Marillenkuchen fertig stellen. Perfekt ist er vielleicht noch lange nicht, aber sehr schmackhaft und saftig. Leider gibt’s in diesem Fall entgegen meiner Einstellung eine unpräzise Angabe um den Kuchen zu beenden.

Zuerst möchte ich kurz auf die wichtigen Punkte (für mich) bei einem Marillenkuchen eingehen, für ganz Ungeduldige gibts das Rezept am Ende des Artikels.

Die FKK

Ich möchte heute noch einen Messwert vorstellen. Nämlich Die Frucht-Kuchen-Kennzahl (nicht zu verwechseln mit diesem FKK). Denn für mich ist es wichtig die richtige Balance zu haben. Ein Marillenkuchen kann nämlich immer auf die eine oder andere Seite abdriften. Entweder ist der Teig zu wenig vorhanden und man bekommt quasi (im besten Fall frisch) warme Marillen, welche grundlegend nur mit Gabel zu verzehren sind oder es gibt die verkehrte Variante.
In einem Haufen Teig sind ein paar Marillen versteckt. Hier ist meist des Teig zusätzlich zumindest ein wenig trocken und man isst somit beinahe einen trockenen Rosinenkuchen (Gut die Rosinen sind etwas größer und saftiger). Das wird dann meist eine staubige Angelegenheit.

Deswegen ist diese Kennzahl wichtig um die richtige Menge Teig an die richtige Menge an Frucht zu koppeln. Bei meinen 5 versuchten Variationen konnte ich ermitteln, dass es ausreichend ist, dass eine Teigschicht von etwa der halben Fruchtdicke vollkommen ausreichend ist um das perfekte Ergebnis zu erzielen.

In diesem Fall kann der Kuchen vielleicht erst schwierig nur mit der Hand gegessen werden (aber es ist möglich wenngleich ein bisschen bröselig), aber er vereint von beiden Welten die wichtigen Komponenten.

Kein Gries um die Stärke

Für meinen ersten Versuch habe ich einmal unsere Kochbücher (naja Backbücher eigentlich) und das Internet durchstöbert. und konnte ein „sinnvoll wirkendes Rezept auf chefkoch.de finden. Dieses Rezept wurde für die Basis hergenomme, aber ein paar zusätzliche Zutaten kamen dazu und ein paar Schritte wurden gekürzt.

Der zweite Schritt beinhaltete die Halbierung der Mehlmenge und den Ersatz der zweiten Hälfte mit Stärke. Geschmacklich kam hier wenig dazu, aber der Teig ging immens stärker auf. Die Marillen verschwinde und sanken aber auch auf den Boden des Kuchens. Das war natürlich nicht gewollt und macht auch eine richtige Sauerei wenn man diesen Kuchen mit den Fingern essen will.

Eine Reduktion der Stärkemenge brachte dann das richtige Teigverhältnis, aber das Ziel war noch nicht erreicht. Aus diesem Grund wurde eine kreativ-schöpferische Pause eingelegt und gehofft, dass sich etwas ergibt. Ergeben hat sich etwas – nämlich abendlicher Heißhunger und der Gusta (Appetit – Anm. d.R) auf Griesbrei (keine Ahnung woher). Der Brei war dann auch ziemlich lecker.

Warum also nicht ein bisschen Gries dazumischen?

Harter Kern

Gesagt getan. So habe ich meine erste Gries-Marillenkuchenvariante fertiggestellt. Geschmacklich äußerst lecker, aber der Gries war teilweise hart. Er minderte so das Esserlebnis. Es war zwar immer noch sehr lecker, aber nicht zufriedenstellend. Kurzerhand musste eine zusätzliche Wartezeit eingefügt werden um den Griff ein wenig Weichzeit zu geben.

In dieser letzten Variante war meine Marillenkuchenvariante (zumindest für dieses Jahr) fertig. Vorab sei gewarnt, dass es keine bröselarme Kuchenvariante ist. Der Gries leistet eben seinen Beitrag. Aber diesen Nachteil nehme ich in diesem Fall in Kauf.

Aber nun zum eigentliche Thema:

Das Rezept

Zutaten

  • 150g Butter
  • 150g Zucker
  • 3 Eier
  • 1 Packung Vanilezucker
  • 30g Gries
  • 220g Mehl
  • 1/2 Packung Backpulver
  • Schuß Marillenschnaps
  • naturtrüber Apfelsaft je nach Teigkonsistenz (normalerweise bis zu 1/8 Liter)

Zubereitung

Für eine Backform mit 25x38cm

180°C bei Ober- und Unterhitze

30 Minuten Backzeit

Ausführung

Butter und Zucker (inklusive Vanillezucker) werden mit der Küchenmaschine (kein Zwang, geht halt relativ einfach) vermischt und nach und nach werden die Eier dazugegeben. Je nach Buttertemperatuf muss darauf geachtet weder, dass die Butter nicht im Quirl oder an der Wand des Topfes kleben bleibt.

Nachdem alles vermischt ist, wird der Gries dazugegeben und verrührt.

Nun kann die Masse 20 Minuten lang rasten.

Nach erreichen der Quelldauer kann weitergemacht werden. An dieser Stelle sollte der Ofen eingeschaltet werden, damit noch halbwegs rechtzeitig alles bereit ist. Nun wird das Mehl nach und nach untergehoben, bis sich eine homogene Masse bildet.

Wenn alles beinand ist, wird der Schuß Marillenschnaps dazugegeben und eingerührt. Normalerweise ist der Teig zu diesem Zeitpunkt noch relativ kompakt im Verhältnis zur gewünschten zähflüssigen Masse. An dieser Stelle beginnen die unschönen, weil unpräzisen Angaben:

Nun wird schrittweise Apfelsaft eingerührt um einerseits dem Teig einen fruchtigeren Geschmack und die richtige Konsistenz zu verleihen. Das Ziel ist, einen zähflüssigen Teig zu erreichen, welcher sich gerade noch auf einem Backblech verteilen lassen kann. Im Endeffekt bedeutet das eine gleichmäßige Verteilung durch wehementes schütteln.

Also immer wieder in vorsichtigen Portionen Apfelsaft dazugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Als letzten Schritt die Masse in der vorbereiteten Form verteilen (Backpapier oder mit Butter“ auslegen“). Danach halbe Marillen darauflegen und nach Süße der Marillen etwas Zucker auf die Früchte geben (Bei selbstgepflückten Exemplaren normalerweise nicht notwendig).

Dann ab in den Ofen und bei 180°C für 30 Minuten herausbacken. Fertig.

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