Papa am Samstag

Carpe Noctem – oder: Schlaflos im Bettl

27. Mai 2017
Nacht mit Baby

Die Nacht mit Baby ist selten erholsam und für eine stillende Mutter anscheinend noch weniger als für einen aus anatomischen Gründen nicht stillenden Vater. Aber auch für uns Väter ist eine nächtliche Unruh kein Zuckerschlecken.

Der Abend

Nach einem harten Arbeitstag kommt man endlich zu seiner Familie heim. Der Vater sehnt sich nach der Nähe zu seiner Frau, seinem Kind und dem Hund. Auch das Essen ist meist schon gerichtet und ich kann mein Glück kaum fassen. Nach dem gemeinsamen Essen (Shrimpi hat sich erfolgreich ein Biscotti im Gesicht verteilt), schmeiß ich mich gleich mal auf die Couch um ein wenig Ruhe zu genießen. Weit gefehlt. Ich bekomm unsere Kleine in die Hand gedrückt. Ich hätte Sie ja den ganzen Tag nicht gehabt und solle auch mal was machen.

So wird die Kleine gewickelt, versorgt und bespaßt. Kurz danach ist es auch schon Schlafenszeit. Ich schnappe mir unseren Spross um sie für die Nacht zu kleiden. Shrimpmama hat dankenswerterweise schon die Nachtgarderobe vorbereitet.

Das ist auch bitter notwendig sonst verliere ich beim Umziehen den Verstand (und der ist ohnehin schon ein knappes Gut). Die unterschiedlichsten Babygewandstücke liegen wirr in Säulen herum (laut meiner Frau sortiert und geordnet). Welche Art an Body (kurz- oder Langarm), Pyjama, Hosen (nagut – die erkenne ich) oder Kleidchen in welcher Säule verwahrt werden erkenne ich einfach nicht. Nachdem ich zweimal statt einem Langarmbody, unterschiedliche Kurzarmbodies am Baby hatte (und ich schwöre es waren unterschiedliche Säulen), wollte ich das nicht nochmal erleben.

Also wickle ich die Kleine, währenddessen ich darauf achte, dass sie sich nicht (ausschlagsbedingt) kratzt. Das Tagesgewand wird beiseite geschafft und das neue Gewand hergerichtet. Das Ganze muss natürlich teilweise mit nur einer Hand gemacht werden, da ja auch die Gefahr besteht, dass das Baby vom Wickeltisch fällt. Also für mich (als hoffentlich nicht einzigen Mann), der Multitasking-Supergau.

Nachts im Brüllseum

Alles schläft und das ist gut so. Nur eben nicht lange. Nach der ersten Stunde geht dann das erste Gebrülle los. Ich weiß das, weil ich ja noch wache während Maus und Schatz bereits beim Sandmann auf einem Schlummertrunk sind. Da ich noch keine Zeit hatte um die Gedanken an die Arbeit zu verarbeiten, muss man dass eben machen während alles schläft.

Das bietet ebenfalls den Vorteil, dass man hören konnte, ob die Kleine im Schlaf die Windel gefüllt hat oder nicht. Wenn ja, dann kann ich mir die Kleine schnappen und kurz ein Windelservice erledigen. Danach wird der nächtliche Terrorshrimp den fähigen Händen der Mutter übergeben und dem Geschrei weicht Stillen.

In letzter Zeit wiederholt sich das Ganze dann alle 1,5 bis 2 Stunden. Nur das Wickeln wird nur nach Bedarf durchgeführt und dann nur noch in seltenen Fällen von mir. Normalerweise habe ich einen sehr Tiefen Schlaf und ich lasse mich durch nichts stören. Wenn aber unser Baby aus dem Tiefschlaf zu schreien beginnt, funktioniert das nicht mehr so gut. Zusätzlich werde ich nun meist vor dem Wecker wach (kompletter Schwachsinn – aber der Körper hat hoffentlich seine Gründe).

Um meinen beiden Herzchen noch den letzten Schlaf zu gönnen wandere ich einstweilen ins Bad und gebe besondere Acht auf die Türstöcke. Jeder weiß, dass Türstöcke nachtaktive Jäger sind und in den frühen Morgenstunden werden arglose Wanderer gerne in unachtsamen Momenten von der Seite angesprungen. Sofern erfolgreich, lege ich mich dann in der Badewanne zur Ruhe.

Morgens um 7 ist die Welt noch in Unordnung

Entspannt warte ich bis meine Frauen aufwachen. Das ist meist um etwa Sieben der Fall. Ich klettere aus der Wanne und übernehme wieder die Kleine. Meine Herzenswarme gönnt sich eine ihre verdiente Dusche, denn für ein Bad müsste sie früher aufstehen.

Nach der Dusche übernimmt meine Frau. Ich mache mich im Badezimmer dann fertig für den Tag in der Arbeit, da höre ich meine Frau entfernt fluchen. Erzürnt stürmt sie mit der kleinen im Arm ins Bad und fragt:

„Kannst du bitte, wenn du die Kleine umziehst, das alte Gewand gleich in den Wäschekorb geben!“

„Hab ich doch?“

„Nein – du hast es nur rechts neben den Wickeltisch gelegt“

Zugegeben das klang schlüssig – „Kann sein – aber ich wollte es zumindest in den Wäschekorb geben.“

„Hast du aber nicht!“

Ruhe bewahren – „Stimmt.“

Beim Kaffee sind Wogen wieder glatt. Kuss und ab in die Arbeit.

 

Anmerkung der Papafraktion: Hier findet ihr den Morgen aus Sicht der Mama.

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