Erziehung

Huch! Sie hat das böse Wort gesagt! Schimpfwörter im Alltag

25. April 2017

Das böse Wort wurde gesagt

Heute soll es um das Thema Schimpfwörter im Sprachgebrauch der Eltern gehen.

Ich weiß, unser Shrimp ist noch zu jung um Wörter nachzuplappern. Doch schon in der Schwangerschaft musste ich mir anhören: ,, Na, diese Wörter müsst ihr euch abgewöhnen“ oder ,,So kannst nimma lang reden“.

Okay, zugegeben, ich habe ein recht loses Mundwerk so zusagen. Aber zu meiner Verteidigung: Ich bin in einer Kleinstadt am Land aufgewachsen und hier redet man halt so😉. Außerdem ärgere ich mich oft über irgendwas und um dem Ausdruck zu verleihen muss eben leider oft eines dieser ungebührlichen Adjektive (oder noch schlimmer Substantive) her. Aber da ich ja weiß,man sollte das in Gegenwart von Kinder sein lassen, hab ich schon in meiner Schwangerschaft den Selbstversuch gestartet und mir ein Schimpfwortverbot auferlegt. Ich wusste ja von meiner Arbeit, dass ich prinzipiell dazu im Stande bin“schön“ zu sprechen, aber wie war das im Alltag?

Ziemlich schlecht. Nach zwei Wochen brach ich den Versuch ab. Irgendwie machte es doch keinen Sinn und ich schaffte es kaum. Vielleicht liegt es ja in meinen verf******* Genen oder so. Danke Mama und Papa. Huch! Schon wieder. 😜

Eigentlich sollte man sich doch viel eher die Frage stellen: Ist es wirklich notwenig als Elternteil (in der Gegenwart von Kindern) „schön“ zu sprechen oder lernt Shrimp die bösen Wörter ohnehin irgendwann?

Was kann ich aus psychologischer Sicht dazu ich sagen? Natürlich ist es nicht das Beste vor den Kindern wie ein Kesselflicker zu fluchen. Der Umgang der Eltern mit frustrierenden Situationen und der Umgang mit anderen Personen beziehungsweise der Umgangston zwischen Personen wird dem Kind natürlich durch das Vorbild der Eltern mit auf den Weg gegeben. Aber wer schafft es wirklich alle Schimpfwörter aus seinem Reportoire gänzlich zu streichen? Ich jedenfalls nicht!

Ich denke der richtige Umgang mit Schimpfwörter ist das Wesentliche. Wenn nicht die ganze Familie und/oder Freunde ringsum zu Stein erstarren und ein böses Zischen ertönen lassen wäre uns notorischen Schimpfwortfetischisten schon geholfen. Natürlich auch die aufgeregte Ermahnung: „Nicht das böse Wort!!!“ hilft im Normalfall nur wenig. Ja, Kinder hören die bösen Wörter. Allerdings messen sie ihnen keinerlei besondere Bedeutung zu, solange wir sie nicht durch Zischen oder andere aufregende und lustige Gesten zu etwas Interessanten machen.

Das soll jetzt nicht heißen, dass man ungehemmt drauf los schimpfen sollte. Ein bisschen Achtsamkeit im Umgang mit Worten darf man von uns Erwachsenen schon erwarten. Auch ich werde mich weiter bemühen, aber die Hand ins Feuer legen würde ich für mich nicht.

Hier also meine Tipps, solltet ihr Leute kennen wie mich oder eventuell selbst eines dieser Exemplare sein und Schimpfwörter entfleuchen:

  1. Cool bleiben! Macht es für das Kind nicht spannender als es ist.
  2. Erklären! Wenn das Kind die Situation aufgeschnappt hat, erklären warum man sich gerade geärgert hat. Okay, und eventuell bessere Alternativen zum adäquaten Ärgern aufzeigen.
  3. Seid ihr strickt für das „schöne“ Sprechen, haltet Abstand von Schimpfwortnotorikern. Besser noch: schneidet keine heiklen Themen in Gegenwart eurer Kinder mit solch einer Spezies Menschen an. Aber seid gewappnet, spätestens im Kindergartenalter wird eines dieser bösen Wörter fallen aber mit Sicherheit nicht von euch.
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